Montag • 19. Februar
40 Gebet und Fasten
14. Februar 2018

„Gebet ist Konzentration auf das Wesentliche: Gott!“

Peter Höhn von Campus für Christus ist der Verfasser der Fastengebets-Texte. Foto: zvg
Peter Höhn von Campus für Christus ist der Verfasser der Fastengebets-Texte. Foto: zvg
Das diesjährige Fastengebet dreht sich um die Bergpredigt. Peter Höhn erklärt, wie das Thema jeweils ausgewählt wird und was ein 40-tägiges Fasten im Jahr 1999 mit heute zu tun hat.

Peter Höhn, Sie schreiben seit Jahren die Fastengebet-Texte, die für viele Teilnehmende hilfreich und inspirierend sind. Wie gehen Sie beim Schreiben der Texte vor?

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In unserem Team mit Susanna Rychiger (Gebet für die Schweiz) und Matthias Spiess (Evangelische Allianz) „erspüren“ wir jeweils im Herbst das biblische Thema und Grobkonzept mit den Wochenthemen für das kommende Jahr. Ich mache dann die Feinaufteilung, lege die Bibelabschnitte für die einzelnen Tage fest und versuche, aus jeweils einem Kerngedanken einen geistlichen Impuls und ein Gebet zu formulieren.

Die Bergpredigt ist das Thema des diesjährigen Fastengebets. Wie kam es dazu?

Die Bergpredigt hatten wir schon eine Weile „im Köcher“. Jesus fordert seine Nachfolger damit ja gewaltig heraus. Ihr Beten und ihr Leben sollen nicht ausein-anderklaffen, sondern zu einer Einheit werden, in der eine Vollmacht liegt. Diesen Fokus hatten wir für 2018 vor Augen.

Welcher Vers aus der Bergpredigt ist Ihnen besonders wichtig?

Während des Schreibens hat mich die Aussage in Matthäus 7,12 neu getroffen: „Alles nun, was ihr wollt, das euch die Menschen tun, das tut ihnen auch.“ Dazu gehören zum Beispiel: danken, ermutigen, zuhören, inspirieren. Ich liebe es, wenn ich diese Dinge selber erfahre. Und darum möchte ich sie noch bewusster „anderen tun“.

Viele Impulse sind sehr persönlich gehalten, auch die Verse aus der Bergpredigt sprechen den Leser persönlich an. Geht es bei der Fastengebetszeit mehr um die persönliche Erneuerung oder um das Gebet für andere Menschen?

Es ist beides wichtig. Erneuerung fängt jedoch immer bei uns selbst an. Wo wir uns von Gottes Wort echt treffen und umwandeln lassen, da wird unser Beten und Leben auch eine erneuernde Wirkung auf unsere Nächsten und unsere Umgebung entwickeln.

Gebet und Fasten – warum gehört das zusammen und wie kann sich beides gegenseitig bereichern?

Gebet ist Konzentration auf das Wesentliche: Gott! Fasten heisst Verzicht auf alles, was mir dieses Wesentliche rauben will. Fasten ist damit auch ein Ausdrucksmittel, um unserem Gebet mehr Raum und mehr Gewicht zu geben.

Fasten im Sinn eines Verzichts auf Nahrung ist für viele Menschen ungewohnt – erst recht während 40 Tagen! Wie kann man einen Einstieg in die Praxis des Fastens finden?

Gemeinsam statt einsam fasten hilft enorm, zum Beispiel durch die Teilnahme an einer begleiteten Fastenwoche. Die ersten zwei, drei Tage sind die schwierigsten, weil sich der Körper umstellen muss. Auf unserer Website www.fastengebet.ch finden sich einige praktische Tipps, die dabei helfen, diese Phase gut zu meistern.

„40 Tage Gebet und Fasten“ ist eine gemeinsame Initiative von Campus für Christus, der Schweizerischen Evangelischen Allianz, Gebet für die Schweiz und 24-7CH Prayer. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

In den Jahren 1997-98 kam das Thema Fasten und Beten unter Christen stark auf. Mehrere prophetische Eindrücke bestätigten das noch. Gemeinsam mit verschiedenen christlichen Leitern hatte ich den Eindruck, dass wir auf 1999 hin wirklich zu 40 Tagen Gebet und Fasten aufrufen und dafür auch eine breite Trägerschaft gewinnen sollten, was auch gelang.

Welche gemeinsame Vision für das Fastengebet hat sich daraus entwickelt?

Wir hatten in der Folge den Eindruck, dass wir die Fastenzeit vor Ostern auch in Zukunft nutzen sollten, um Christen aufzufordern, Gottes Angesicht zu suchen, zu beten, zu fasten, sich neu auf Jesus auszurichten und so Träger von geistlicher Erneuerung zu werden. In diesem Sinn möchten wir insbesondere auch dazu beitragen, dass die jüngere Generation ermutigt und herausgefordert wird, Gebet und Fasten zu entdecken und zu üben.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

(Interview: Dave Brander)

Fastengebet jetzt mit App

Heute beginnt wieder die gemeinsame Aktion „40 Tage Gebet und Fasten“ der Schweizerischen Evangelischen Allianz, Campus für Christus und Gebet für die Schweiz. Das Thema für 2018 lautet: „Die Bergpredigt – Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein!“ (Matthäus 6,21)

Während der Fastenzeit vom 14. Februar bis zum 31. März ermutigt die Gebets-Broschüre mit täglichen Impulsen zu einer tiefgreifenden und persönlichen Auseinandersetzung mit der Bergpredigt. Ziel und Gebet der Autoren ist es, dass die „Dynamitworte“ in Matthäus 5–7 viele Menschen näher an das Herz Gottes führen und zu „kompromisslosem Gehorsam Jesus gegenüber befreien“.

Die Broschüre kann über die Website bestellt und als PDF heruntergeladen werden. Neu wurde eine „Fastengebets-App“ entwickelt, die gratis auf dem App Store und bei Google Play zu finden ist.

www.fastengebet.ch

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