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Interkulturelle Studien
25. Mai 2018

Erster Studiengang für Weltmission

Junge Menschen für die Mission ausbilden. Foto: zvg
Junge Menschen für die Mission ausbilden. Foto: zvg
Wer eine spezielle Ausbildung für interkulturelle Arbeit suchte, musste bisher im Ausland studieren. Jetzt ist das auch am ISTL möglich.

„An den theologischen Ausbildungsstätten in der Schweiz werden Leute, die ins Ausland möchten, kaum gezielt ausgebildet“, sagt Gregor Weber, Leiter der Öffentlichkeits­arbeit bei der Missionsgesellschaft Frontiers. Bisher gab es zwar einzelne Kurse, aber keinen spezifischen Studiengang für interkulturelle Arbeit. Sechs Missionswerke und das ISTL haben sich deshalb zusammengetan, um diese Lücke zu schliessen. Ab Sommer 2018 wird am ISTL neben den bisherigen Bachelorabschlüssen (BA) in Theologie, Leiterschaft und Sozialmanagement auch der „Bachelor für interkulturelle Studien“ angeboten. Nach dem zweijährigen Grundstudium kann sich der Student für eine dieser vier Fachrichtungen entscheiden. Möglich ist aber auch ein Quereinstieg oder der Besuch von einzelnen Modulen.

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Thema „Mission“ kommt oft zu kurz

„Wir wollen den Gedanken wachhalten, dass Jesus uns dazu aufruft, ‚bis an die Enden der Erde zu gehen‘, und dafür das Rüstzeug liefern“, erklärt Weber. Die Tendenz gehe in den Gemeinden eher dahin, dem Thema „Mission“ weniger Bedeutung beizumessen. „Junge Leute, die an Mission interessiert sind, mussten bisher für die Ausbildung ins Ausland gehen. Viele wollen sich aber auch noch in ihrer Gemeinde investieren. Mit dem neuen Studiengang kann man sich nebenberuflich ausbilden lassen und gleichzeitig noch vor Ort tätig sein“, freut sich Gregor Weber.

Zum Inhalt des Studiengangs gehört das Kennenlernen von Missionsstrategien, Gemeindegründung, Jüngerschaft, Missionstheologie und Missionsgeschichte. Auch die verschiedenen Weltreligionen und Ideologien werden vertieft behandelt. Wichtig ist nicht zuletzt das Fach „Mission, Kultur und Religion“. Dort geht es um Themen wie Anthropologie, kulturelle Eigenheiten, Kontextualisierung und Sprachkompetenz. Fragen wie „Wie funktioniert ein interkulturelles Team?“ oder „Wie läuft die Kommunikation?“ werden angesprochen. Zum Studium gehört ein dreimonatiger praktischer Einsatz in einem Land der eigenen Wahl. Eine Stärke der Ausbildung sieht Gregor Weber darin, dass mit Frontiers, OM, OMF, SAM global, SPM und WEC International Schweiz mehrere Missionswerke beteiligt sind, „das gibt eine grosse Breite an Denominationen und strategischen Sichtweisen“.

Dienst in einem fremden Land

Ziel der Ausbildung ist es, dass der Student ein vertieftes Know-how erhält, wie man sich in einem fremden Land bewegt. Dafür müsse man sich nicht nur mit der fremden, sondern auch mit der eigenen Identität auseinandersetzen. Die möglichen Tätigkeitsfelder sind vielfältig. „Heutzutage ist man nicht einfach Pfarrer oder Arzt auf dem Missionsfeld“, erklärt Gregor Weber. Auch „Business as Mission“ sei ein grosses Thema: „Wie bringe ich meine Kompetenzen als Geschäftsmann in eine ganzheitliche Arbeit ein?“ Nicht zuletzt könne man auch in der Schweiz interkulturell tätig sein, der Fokus liege aber auf dem Ausland. (chb) 

www.istl.ch

 

 

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