Samstag • 23. Juni
Pro & Kontra
06. Juni 2018

Sind Starkregen und Überschwemmungen Vorboten des Klimawandels?

Können Menschen am Klimawandel etwas ändern? Fachleute sind gegensätzlicher Ansicht. Foto: Pixabay.com
Können Menschen am Klimawandel etwas ändern? Fachleute sind gegensätzlicher Ansicht. Foto: Pixabay.com

Wetzlar (idea) – Hochsommerliche Temperaturen im Mai, gefolgt von Gewitter, Starkregen und Überschwemmungen – manche halten diese Phänomene bereits für den Vorgeschmack des von Forschern prophezeiten Klimawandels. Kann der Mensch diese Entwicklung stoppen? Das fragt die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) zwei Fachleute in der Serie „Pro und Kontra“.

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Micha-Koordinatorin: Technologien effizienter machen

Die Koordinatorin des deutschen Zweiges der weltweit tätigen Micha-Initiative, Stefanie Linner (Berlin), ist davon überzeugt, dass der Lebensstil der Menschen „in den letzten paar hundert Jahren“ das Gleichgewicht der Schöpfung „tiefgreifend beeinflusst“ habe. Deshalb liege es auch am Menschen, für die Korrektur zu sorgen. Der Name der Initiative erinnert an die Mahnung des alttestamentlichen Propheten Micha: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Recht tun und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott“ (Micha 6,8). Micha Deutschland ist Teil einer globalen christlichen Bewegung, die sich für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen einsetzt. Linner zufolge hat Gott die Erde perfekt geschaffen, um auf ihr leben zu können. Doch durch ihren Lebensstil hätten die Menschen den Klimawandel verursacht. Nun sei es Auftrag der Christen, sich dafür einzusetzen, die Ursachen und Folgen des menschengemachten Klimawandels zu bekämpfen: „Wir werden einige Technologien energieeffizienter machen und manche aufgeben müssen.“ Zudem gelte es, sich auf die alten, christlichen Werte von Genügsamkeit und Einfachheit zu besinnen: „Dafür müssen wir nichts weiter tun, als unsere Hand auf das Schöpferherz Gottes legen, seinem Puls nachfühlen und aus seiner Liebe für seine Welt handeln.“

Physiker: Es ist „lachhaft“, Gott helfen zu wollen

Anderer Ansicht ist der Kern-, Bio- und Strahlenphysiker Rainer Facius (Troisdorf bei Köln), der vor seinem Ruhestand beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt beschäftigt war. Er meint: „Was der Mensch nicht verursachen kann, kann er auch nicht stoppen.“ Die Erdtemperatur steige seit 1998 nicht mehr an „trotz weiterhin ungebremsten, angeblich katastrophalen atmosphärischen Kohlendioxid (C02)-Anstiegs“. Facius weiter: „Historische wie prähistorische Messdaten weisen Epochen mit um ein Vielfaches höherem CO2-Gehalt aus, ohne dass das Klima ‚kippte’ – oder aber in denen es wärmer war als heute, trotz deutlich niedriger CO2-Konzentration.“ Untersuchungen zeigten zudem, dass der Temperaturanstieg dem Anstieg des CO2 vorausgehe: „Letzterer ist damit eine Folge und nicht die Ursache des Temperaturverlaufs – falls überhaupt ein kausaler Zusammenhang besteht.“ Der Wissenschaftler ist davon überzeugt, dass es Aufgabe der Kirche sei, für das Rettungsangebot Jesu am Kreuz zu werben, „statt zur Rettung des Klimas aufzurufen“. Denn für dessen Rettung habe der Schöpfer sich selbst verbürgt. Facius verweist dazu auf den Bibeltext in 1. Mose 8,22: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ Es erscheint Facius daher „lustig bis lachhaft“, Gott dabei helfen zu wollen.

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