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Debatte
28. Mai 2018

ARD-Sendung: Lebensrechtlerin kritisiert „Verschwörungstheorien“

Der ARD-Film „Wie viel Schutz braucht ungeborenes Leben?“ beschäftigt sich mit dem Thema Abtreibung. Screenshot: ARD
Der ARD-Film „Wie viel Schutz braucht ungeborenes Leben?“ beschäftigt sich mit dem Thema Abtreibung. Screenshot: ARD

Weuspert/München (idea) – Eine ARD-Sendung zum Thema Abtreibung stößt bei Lebensrechtlern auf Kritik. In dem halbstündigen Film „Wie viel Schutz braucht ungeborenes Leben?“ geht der Journalist Philipp Engel der Frage nach, welche Positionen in der Debatte vertreten werden. Im letzten Teil der Sendung kommt die Publizistin und Juristin Liane Bednarz (München) zu Wort. Sie bezeichnet sich in dem Beitrag als Abtreibungsgegnerin und äußert, das Problem an der christlichen Lebensschutz-Szene seien vorhandene Verflechtungen in das „neurechte Milieu“. Christlich-konservative und rassistisch-nationalistische Ansichten würden verschmelzen. Die Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, Alexandra Maria Linder (Weuspert/Sauerland), sagte der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, durch solche Aussagen der „Verschwörungstheoretiker“ seien Lebensrechtler „als extremistisch, fanatisch und bösartig dargestellt“ worden. Ebenso mangele es an Belegen für die von Bednarz angeführten Verbindungen in eine rechte Szene.

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Lebensrechtlerin: Aktuelle Rechtslage wird zu positiv dargestellt

Außerdem werde die aktuelle Rechtslage in Deutschland im Film zu positiv dargestellt. Laut dem Gesetz sind Abtreibungen in Deutschland grundsätzlich rechtswidrig; sie bleiben jedoch gemäß Paragraf 218 des Strafgesetzbuches in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten nach einer bescheinigten Beratung straffrei. Diese Gesetzgebung nennt der Film an mehreren Stellen einen Kompromiss. Linder: „Keine Rede war davon, dass der angeblich gute Kompromiss, den wir haben, zu 100.000 toten Kindern und verletzten Frauen pro Jahr führt.“ Engel lässt im ersten Teil des Films auch Linder zu Wort kommen. Gegenüber idea sagte sie dazu, es sei „gut, dass man uns selbst auch einmal befragt, wenn auch nur kurz“. Linder ist ebenso Bundesvorsitzende der Organisation „Aktion Lebensrecht für Alle“ (ALfA). Die ARD-Sendung ist unter der Rubrik „Echtes Leben“ in der Mediathek verfügbar. Neben Linder und Bednarz spricht Engel unter anderem ebenso mit Medizinern, einer Mitarbeiterin der Beratungsorganisation „Pro Familia“ sowie Passanten. Zudem zeigt der Film die Geschichte der deutschen Gesetzgebung rund um das Lebensrecht.

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