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05. April 2018

SRG-Ombudsmann stützt SEA-Beanstandung teilweise

Roger Blum, Ombudsmann der SRG Foto: Flickr
Roger Blum, Ombudsmann der SRG Foto: Flickr

Am 11. Februar 2018 publizierte SRF News einen Online-Artikel mit dem Thema „Vom Glauben abfallen: Es war für mich tragisch zu gehen“. Im Artikel ging es um Aussteiger-Geschichten, welche Menschen porträtierten, die beispielsweise aus einer Freikirche ausgestiegen waren. Innerhalb des gleichen Artikels kamen Aussteiger aus der International Christian Fellowship (ICF) sowie der Kirche Jehovas Zeugen zu Wort. Die SEA beanstandete im Speziellen, dass im Artikel keine klare Abgrenzung zwischen Freikirchen und Sekten gemacht wurde. Weiter merkte die Allianz an, dass gemäss dem Vielfaltsgebot neben unzufriedenen Freikirchen-Aussteigern auch Beispiele von zufriedenen Freikirchengängern hätten aufgezeigt werden sollen.

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Abgrenzung nicht glasklar

In seiner Bewertung der Beanstandung betonte SRG-Ombudsmann Roger Blum, dass sich das Vielfaltsgebot auf das ganze Programm und nicht auf einzelne Sendungen beziehe. Innerhalb des ganzen SRG-Programms werde häufig und meist im positiven Tonfall über Freikirchen berichtet. Die Vielfalt sei demnach gewährleistet. Die SEA rennt mit dem Wunsch, auch positive Stimmen aus dem freikirchlichen Umfeld zu porträtieren, bei der SRG offene Türen ein, so der Ombudsmann.

Anders verhält es sich mit der Abgrenzung zwischen Freikirchen und Sekten. Diese fiel gemäss Blum im Text nicht glasklar aus. Hätte der beanstandete Text vorweg zwischen Freikirche (Chrischona-Gemeinde) und Sekte (Zeugen Jehovas) unterschieden und Kriterien der Abgrenzung genannt, hätte die SEA wohl damit leben können, so Blum weiter. Grundsätzlich habe sich das Publikum aufgrund der Informationen im Text frei seine Meinung bilden können, auch wenn die Abgrenzung klarer hätte gemacht werden können, so das Fazit.

SEA will Kontakt intensivieren

Die SEA fühlt sich durch die ausführliche Reaktion der Ombudsstelle bestärkt und nimmt das Wohlwollen seitens der SRG-Redaktionen mit Freude zur Kenntnis. Die genannten „offenen Türen“ will die SEA weiterhin nutzen und ist sehr am weiteren Austausch mit der SRG interessiert. „Wir werden uns um das persönliche Gespräch bemühen“, so SEA-Generalsekretär Matthias Spiess.

(Simon Bucher /SEA)

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