Samstag • 7. Dezember
idea Schweiz feierte Jubiläum
18. November 2019

20 Jahre idea - dem Auftrag verpflichtet

Freikirchenpräsident Peter Schneeberger: Gratulation von den
Freikirchenpräsident Peter Schneeberger: Gratulation von den "Bunten und Frommen". Foto: Mirjam Fisch-Köhler

Bern (idea) - 160 Gäste feierten in Bern den 20. Geburtstag des Wochenmagazins ideaSpektrum. Es startete als Nachfolgeorgan des "idea Magazins" und wird in einer Kooperation mit idea Deutschland herausgegeben. idea-Verwaltungsrat und alt Chefredaktor Andrea Vonlanthen moderierte den Abend. Mit dem Schaffhauser Sinnspruch "Lappi, mach d Auge uuf!" verwies er darauf, dass die Macher von idea weiterhin aufmerksam verfolgen und darüber berichten, was in christlichen Gemeinden, Kirchen und Verbänden positiv auffällt oder auch herausfordert.

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Lieder mit einer Botschaft

Die mitreissenden Klänge der New Gospel Company verliehen dem gediegenen Anlass eine fröhlich-besinnliche Note. Dirigent Timo Schuster lud immer wieder ein, die froh machenden Texte nicht nur akustisch aufzunehmen, sondern sie auch zu verinnerlichen.

Scham statt Schuld

Andreas "Boppi" Boppart (40), Leiter von Campus für Christus, stieg mit dem Zitat "Und sie bewegt sich doch" ein in sein Referat. Dass sich die Welt bewege, gelte ganz bestimmt auch für die postmoderne Gesellschaft. Sie habe sich grundlegend verändert und Christen müssten dabei Schritt halten. Boppart gab zu bedenken: "Was uns hierhergebracht hat, bringt uns nicht automatisch in die Zukunft!" Die Botschaft der Erlösung von der Schuld durch den Tod von Jesus am Kreuz werde heute kaum noch verstanden. Das Schuldbewusstsein von einst weiche immer mehr dem Gefühl der Scham. Seine Erfahrung sei es, dass junge Menschen keine Schuld empfinden würden. Hingegen schämten sie sich, wenn sie den Normen ihrer Gruppe nicht genügten. "Aber", so Boppi, "Jesus begegnet auch unserer Scham. Er liess sich beschämen und nahm unsere Scham weg." Campusleiter Boppart forderte die Anwesenden und idea dazu auf, unbekanntes Land zu entdecken und aufzuzeigen, dass "die Dynamik und Kraft von Christus" auch für unsere Zeit vorhanden ist.

Glaubhaft Kirche bleiben

Der Medienbeauftragte des Bistums Chur, Giuseppe Gracia, hielt fest, dass das Internet die Massen demokratisiere. Jeder könne sich zu Wort melden. Gleichzeitig hätten viele Journalisten kaum mehr eine Ahnung von Glaubensinhalten und könnten nicht verstehen, dass für Kirchen eine absolute Wahrheit als Massstab gelte. Christen seien daher in Gefahr, sich dafür zu entschuldigen, gläubig im traditionellen Sinn zu sein. Gracia warnte: "Wenn wir das tun, verwässern wir den Glauben - und machen die Kirche irrelevant und überflüssig."

Drei Chancen in der Kommunikation

Er nannte drei Chancen, christliche Inhalte glaubwürdig zu kommunizieren: 1. Gottes Bild des Menschen statt Moral propagieren. Das heisst, den Wert des Menschen aufzeigen, unabhängig von seiner Leistung. 2.Horizonte zu öffnen: "Du bist verbunden mit einer schöpferischen Kraft jenseits der Zeit, die dich kennt und liebt. Es gibt eine tiefe, zeitlose Hoffnung über Krankheit und Tod hinaus". 3. Aufklärung über die Aufklärung: "Es war Jesus, der unterschieden hat zwischen Kaiser und Gott, zwischen Staatsmacht und Reich Gottes." Genau diese Trennung sei es gewesen, welche die Religionsfreiheit und den freiheitlichen Rechtsstaat überhaupt ermöglicht habe. Wo diese Trennung abgelehnt werde, zum Beispiel in China und im arabischen Raum, fehle auch die Freiheit und Würde des Individuums.

Übersetzen und Brücken bauen

Für Chefredaktor Rolf Höneisen hat idea eine Übersetzungs- und Brückenfunktion: Erstens von der Kirche zur Welt; zweitens von Kirche zu Kirche, und das alles in einem Rahmen, der bibelbezogen und christuszentriert ist.

Grussworte

Sinnige Grussworte von Matthias Pankau, idea-Leiter Deutschland, VFG-Präsident Peter Schneeberger, SEA-Präsident Wilf Gasser und SEK-Ratsmitglied Ulrich Knöpfel rundeten den Abend ab. idea-Verwaltungsratspräsident Heiner Henny schloss die Feier mit Gedanken zu Offenbarung 3,10 ("Bewahrung in der Stunde der Versuchung") und einem Gebet. (Autorin: Mirjam Fisch-Köhler)