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MEHR-Konferenz
07. Januar 2018

Mission ist das Gebot der Stunde

Das „Mission Manifest“ wird auf der charismatisch orientierten Glaubenskonferenz „MEHR“ vorgestellt. Screenshot: YouTube/MEHR 2018 Livestream
Das „Mission Manifest“ wird auf der charismatisch orientierten Glaubenskonferenz „MEHR“ vorgestellt. Screenshot: YouTube/MEHR 2018 Livestream

Augsburg (idea) – Mission ist das Gebot der Stunde. Sie muss angesichts der „Erosion des Glaubens“ wieder „Priorität Nummer 1“ werden. Dazu ruft ein „Mission Manifest“ auf, das auf der charismatisch orientierten Glaubenskonferenz „MEHR“ vorgestellt wurde. Sie fand vom 4. bis 7. Januar mit 11.000 Teilnehmern in Augsburg statt. Rund 60 Prozent sind katholisch, jeweils 17 Prozent kommen aus Landes- und Freikirchen; drei Prozent sind orthodox. Zu den Initiatoren des Papiers gehören der Gründer und Leiter des Gebetshauses Augsburg, der katholische Theologe Johannes Hartl, der Direktor des päpstlichen Missionswerkes „Missio“ in Österreich, Pater Karl Wallner (Wien), sowie der katholische Publizist Bernhard Meuser (Augsburg). Hartl schrieb dazu auf Facebook, „etwas Gewaltiges“ sei auf der Konferenz passiert. Vertreter von 100 Gemeinschaften, Initiativen und Werken in der katholischen Kirchen hätten sich hinter dem Manifest versammelt. In den zehn Thesen zur Lage der Mission heißt es, nach menschlichem Ermessen werde die Kirche in Deutschland, Österreich und der Schweiz „in wenigen Jahren kaum mehr eine gesellschaftlich wahrnehmbare Rolle spielen“. Dies sei „schlimm für die Menschen, die Gott verlieren oder Jesus nie kennenlernen“: „Uns bewegt die Sehnsucht, dass Menschen sich zu Jesus Christus bekehren.“ Es gelte, die Inhalte des Glaubens neu zu entdecken und sie klar und mutig zu verkündigen.

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„Wir wollen demütig – auch und gerade von Freikirchen – lernen“

Mit Blick auf die Ökumene heißt es in dem Manifest: „Wir danken allen Christen außerhalb der katholischen Kirche, die heute schon mit Hingabe missionieren, taufen und Menschen zu Jesus führen.“ Als Christen in der katholischen Kirche sehe man ihre Treue zur Heiligen Schrift und ihre entschiedene Nähe zu Jesu. „Wir haben Wertschätzung für die positiven Impulse der Reformation. Wir wollen demütig – auch und gerade von den Freikirchen – lernen und mit allen unseren Geschwistern in der Ökumene kooperieren, um selbst missionarischer zu werden.“ Das Buch „Mission Manifest. Die Thesen für das Comeback der Kirche“ erscheint im Verlag Herder (Freiburg).

Neue Konferenz beschäftigt sich mit Kunst, Kreativität und Glauben

Ferner kündigte Hartl an, dass vom 14. bis 17. Juni in Augsburg erstmalig eine „Schön Konferenz“ stattfinden wird. Sie soll sich mit dem Verhältnis von Kunst, Kreativität und Glauben beschäftigen. Daran mitwirken werden unter anderen der Filmregisseur Wim Wenders (Berlin), der Geigenbauer Martin Schleske (Landsberg am Lech), die Schauspielerin Eva-Maria Admiral (Henndorf/Österreich) und der Pianist Martin Helmchen (Berlin). Das Augsburger Gebetshaus entstand 2005 innerhalb der (katholischen) Charismatischen Erneuerung. Seit September 2011 beten dort Christen unterschiedlicher Konfessionen rund um die Uhr. Das Gebetshaus beschäftigt 40 hauptamtliche sowie 100 ehrenamtliche Mitarbeiter. In Deutschland gibt es mittlerweile 20 – meist charismatisch orientierte – Gebetshäuser.

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