Freitag • 25. Mai
Hausfrau und Mutter
12. Mai 2018

Leistung der „Familienmanagerin“ anerkennen

Mütter arbeiteten 24 Stunden pro Tag: „Sie machen Unmögliches möglich.“ Foto: pixabay.com
Mütter arbeiteten 24 Stunden pro Tag: „Sie machen Unmögliches möglich.“ Foto: pixabay.com

Würzburg (idea) – Die Hausfrau und Mutter Martine Liminski (St. Augustin bei Bonn) hat zum Muttertag (13. Mai) mehr Anerkennung für diesen Beruf gefordert – auch finanziell. In einem Beitrag für die katholische Zeitung „Die Tagespost“ (Würzburg) plädiert sie für einen Erziehungslohn für Mütter. Er wäre nach ihren Worten ein Instrument für eine wirkliche Strukturreform der Gesellschaft: „Die sogenannte Gerechtigkeitslücke zwischen Familien mit Kindern und bewusst Kinderlosen würde halbwegs geschlossen, die Leistung der Mütter würde anerkannt, es gäbe Renten für eine Lebensleistung statt Rosen zum Muttertag.“ Sie habe nichts gegen Rosen, „aber davon wird keiner satt. Auch die Gesellschaft insgesamt nicht“, so die Autorin. Eine US-Studie habe bereits 2006 festgestellt, dass das Gehalt einer Hausfrau und Mutter bei jährlich 134.000 Dollar liegen müsste. Auf heute umgerechnet wäre deren Management-Tätigkeit pro Monat 11.000 bis 13.000 Euro wert, so Liminski. Aber damit wäre die Familienmanagerin „noch unterbezahlt“. Denn Mütter arbeiteten 24 Stunden pro Tag: „Sie machen Unmögliches möglich.“ Gegen die Anerkennung der Haus- und Erziehungsarbeit stehe aber die Ideologie, „wonach nur die außerhäusige Erwerbsarbeit anerkennenswerte, das heißt auch honorierbare Arbeit sei“.

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Emotionale und soziale Kompetenz bekommt man vor allem in der Familie

Liminski zufolge ist Erziehung keineswegs eine Privatsache. Von der Erziehungsleistung, profitiere die Gesellschaft, „oder sie leidet darunter, wenn diese Arbeit nicht oder nur mangelhaft getan wird“. Die Familie vermittele emotionale und soziale Kompetenz sowie Teamfähigkeit. Firmen fragten heute bei Einstellungen nach diesem Humanvermögen. Solidarität, Teilen und Lieben, soziales Verhalten – all das lerne man zuerst und vor allem in der Familie. Liminski: „Wenn die Familie zerfällt, weil die totalitäre Arbeitswelt es den Müttern zu schwer macht, weil die Schulen nicht mehr mitziehen (können), weil die Politik mehr auf die lauten Randgruppen denn auf die stillen Säulen der Gesellschaft achtet, dann darf man sich nicht wundern, dass es immer weniger Mütter – übrigens auch Väter – gibt. Und dass die Gesellschaft daran krankt.“ Der Mangel an Mütterlichkeit sowie an Familien- und Gemeinsinn sei schon heute spürbar. Liminski ist Mutter von zehn Kindern und hat 17 Enkelkinder. Gemeinsam mit ihrem Mann Jürgen hat sie das Buch „Abenteuer Familie“ verfasst.

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