Samstag • 23. Juni
Sterbehilfe
04. Juni 2018

Exit treibt das Thema „Altersfreitod“ weiter voran

Der Schweizer Regisseur Rolf Lyssy bei einer Podiumsdiskussion im Mai. Der Filmemacher („Die letzte Pointe“) setzt sich bei Exit für den Altersfreitod ein. Foto: idea/Christof Bauernfeind
Der Schweizer Regisseur Rolf Lyssy bei einer Podiumsdiskussion im Mai. Der Filmemacher („Die letzte Pointe“) setzt sich bei Exit für den Altersfreitod ein. Foto: idea/Christof Bauernfeind

Die Sterbehilfeorganisation „Exit“ wird die Kommission „Altersfreitod“ ein weiteres Jahr einsetzen, um die begonnenen Arbeiten fortzuführen. Dafür hat sich die Generalversammlung am Samstag in Zürich entschieden. Nach der GV 2017 hatte die Sterbehilfeorganisation dem Komitee für den „Altersfreitod“ erlaubt, die Arbeitskommission zu bilden. Das Komitee will grundsätzlich Sterbehilfe für gesunde Senioren ohne ärztliches Rezept ermöglichen. Die Kommission soll konkrete Massnahmen vorschlagen, wie betagten Menschen der Zugang zum tödlichen Mittel Natrium-Pentobarbital (NaP) erleichtert werden kann. Die Resultate wurden nun an der GV vorgestellt. Als Voraussetzungen für den erleichterten Zugang zu NaP bezeichnete die Kommission das „Leiden am und im Alter“ und die „Konstanz des Sterbewunsches“. Der Sterbewunsch müsse von den Betroffenen aber nicht gerechtfertigt werden. Bedingung sei, dass die Urteilsfähigkeit der sterbewilligen Person vorhanden ist. Der Exit-Vorstand lehnte allerdings die Forderung des Komitees ab, dass das tödliche Mittel ohne ärztliches Rezept abgegeben werden könne. An der GV 2019 soll die Kommission erneut Bericht erstatten.

ANZEIGE

Komitee aus 70-Jährigen

Laut der Zeitung „Tagesanzeiger“ besteht das Komitee aus über 70- und 80-Jährigen, die versuchen, „Exit auf einen liberalen Kurs zu bringen“. Zu ihnen gehören ehemalige Exit-Präsidenten sowie der Regisseur Rolf Lyssy, der Historiker Kurt R. Spillmann, die hemalige Swissair-Sprecherin Beatrice Tschanz oder der frühere Chefredaktor des „Tagesanzeigers“ Thomas Biland. Laut „Tagesanzeiger“, steht der Vorstand dem Komitee und seiner liberalen Haltung kritisch gegenüber und „bezweifelt, dass gesunde Menschen aus dem Leben scheiden wollen“. Ausserdem würden solche Forderungen neue Gesetze oder Verordnungen nötig machen, für die es „weder in der Politik noch in der Bevölkerung Mehrheit“ gebe. Die Basler SP-Ständerätin Anita Fetz, die auch Mitglied des Exit-Patronatskomitees ist, unterstützt laut Tagesanzeiger die Entscheidung: „Obwohl ich eine Befürworterin des Selbstbestimmungsrechts im Alter bin, ist es richtig, dass Exit Schritt für Schritt vorgeht“, wird sie zitiert. Denn „vorschnelle Entscheide“ würden die Gesellschaft überfordern. (idea/kath.ch/ft)

Diskutieren

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen. Nach dem Erscheinen eines Artikels kann dieser fünf Tage kommentiert werden.