Mittwoch • 29. Januar
Bauer Maag lädt zur Ernte und zum Fest
08. Januar 2020

Bio-Rüebli ab Feld für alle

In Oberglatt gibt es Rüebli und Randen vom Feld - kostenlos. Foto: zvg
In Oberglatt gibt es Rüebli und Randen vom Feld - kostenlos. Foto: zvg

Oberglatt (idea/dg) - Seit Mitte Dezember können im zürcherischen Oberglatt auf zwei Feldern gratis Bio-Rüebli und -Randen geerntet werden. Rund 30 Tonnen Rüebli stecken im Boden. Landwirt Dani Maag (45) freut sich, wenn alles wegkommt und nicht verfault. Das Rüeblifeld ist für die maschinelle Ernte zu nass, die Randen sind für den Handel zu klein. Nebst den Randen selbst kann man auch deren Blätter als Salat oder als Püree essen, erklärt der Vater von vier Kindern den Wert dieses Gemüses. Und aus dem Rüeblikraut lasse sich gutes Pesto machen, so sein Tipp.

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Rummel online und auf dem Feld

Maags selbstgemachter Facebook-Film vom 16. Dezember mit der Einladung, das Gemüse gratis zu ernten, wurde seither weit über 100 000 Mal aufgerufen. Die Pendlerzeitung 20 Minuten und weitere Medien berichteten über die Aktion. Massenweise strömten fröhliche Menschen auf die Felder. Schnell mussten Massnahmen getroffen werden, um das Parkieren der vielen Autos in gute Bahnen zu lenken. Noch sind aber mehrere Tonnen Rüebli und Randen im Boden.

Für Hilfswerk in Uganda spenden

"Ein Kässeli, um dem grosszügigen Bauern etwas zurückzugeben, suchen die Leute vergebens", kommentierte Telezüri. Wer wolle, könne aber etwas für ein Hilfswerk in Uganda spenden. "Ich habe genug. Ich bekomme Direktzahlungen. Jetzt kann ich der Bevölkerung etwas zurückgeben", erklärte der Bewirtschafter von 40 Hektaren Land gegenüber dem Journalisten. Auf Facebook nennt er den Namen des Hilfswerks: God helps Uganda, ein Zweig der Stiftung Gott hilft. Maag engagiert sich ehrenamtlich im Vorstand dieses Hilfswerks. 180 Kinder und Jugendliche erhalten in Uganda auf der Basis des christlichen Glaubens Unterstützung, Schul- und Berufsbildung. "Wenn die Menschen hier gratis Rüebli ernten und dafür etwas für die Kinder in Uganda spenden, ist das für mich wie sechs Mal Weihnachten", freut sich Dani Maag.

Grosses Rüeblifest geplant

"Aus Schwierigkeiten werden manchmal Möglichkeiten", das erlebten er und seine Frau immer wieder, sagt Dani Maag im Rückblick auf das Jahr 2019. So geht es ihm mit den beiden Feldern. Vor der geplanten Ernte kam er jeden Freitag mit einem Kollegen beim Rüeblifeld vorbei. Die beiden blieben jeweils stehen und beteten zusammen für dieses besonders nasse Feld. Die Karotten gediehen prächtig. Schliesslich wurde aber klar, dass eine maschinelle Ernte nicht möglich würde. Was er nun bei den Begegnungen auf den Feldern und über soziale Medien erlebt, bewegt ihn und seine Frau Susanne zutiefst. Am 26. Januar veranstalten Maags deshalb ein grosses Rüeblifest auf dem Hof. Informationen zum Rüeblikönig-Wettbewerb bei der Degustation der mitgebrachten Rüebli-Produkte und zum Unkostenbeitrag liefert Dani Maag auf Facebook. Gäste zu empfangen, sind Maags mit dem hofeigenen Event-Raum gewohnt. Beim 1.-August-Brunch heissen sie jeweils bis zu 1000 Gäste willkommen.

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