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Vom Atheisten zum Agnostiker und Satiriker

09.04.2021

Satirezeitschrift „Nebelspalter“, dessen neuer Verleger Markus Somm ist. Bild: Nebelspalter.ch
Satirezeitschrift „Nebelspalter“, dessen neuer Verleger Markus Somm ist. Bild: Nebelspalter.ch

(IDEA) - Der frühere Verleger und Chefredaktor der Basler Zeitung, Markus Somm, ist derzeit ein von vielen Medien gefragter Mann. Er hat kürzlich die Satire-Zeitschrift „Der Nebelspalter“ übernommen. Auch reformiert.info und kath.ch haben ihn interviewt. Bei beiden erklärt er, warum er vom Atheisten zum Agnostiker mutierte. „Vor zehn Jahren hätte ich wohl noch gesagt, dass es keinen Gott gibt oder braucht. Heute bin ich unsicher und stelle fest, dass gläubige Menschen die Unwägbarkeiten und Herausforderungen des Lebens oft besser, insbesondere würdiger meistern als wir Lauwarmen.“ Ihm imponiere die Zuversicht der gläubigen Christen, ihre Demut, der Respekt vor dem Leben und ihre moralische Kraft. Somm wörtlich: „Jeden Tag eine eigene Moral zu basteln, ist anstrengender.“ Das Wort „Gnade“ beeindrucke ihn, fügt er auf reformiert.info an und er sagt dazu: „Was für eine grossartige Idee.“ Die Reformation hält der promovierte Historiker für eine der grössten Errungenschaften des Westens. „Sie war wohl wirkungsmächtiger und vor allem auch segensreicher als die Französische Revolution.“

Keine selektive Satire über Religionen

Weiter äussert sich Markus Somm über Satire zu religiösen Themen. „Wer an Gott glaubt, ist in dieser Hinsicht besonders verletzlich. Deshalb würde ich mich nicht über religiöse Gefühle von Christen, Juden, Buddhisten oder Muslimen lustigmachen.“

Somm stellt auch eine  irritierende Diskrepanz fest: Aus seiner Sicht sind Witze über das Christentum, über Jesus oder den Papst etwas vom Langweiligsten, was es gibt. „Warum? Weil viele gar nicht mehr gläubig sind und nichts dabei empfinden, wenn der Glaube dem Spott preisgegeben wird.“ Zugleich habe die Kirche fast alle Macht verloren, analysiert er die Situation. So reisse man quasi Witze über einen Patienten. „Ist das lustig?“, fragt der neue Nebelspalter-Verleger. „Wer es aber wagt, sich über Mohammed zu mokieren, geht enorme Risiken ein. Da verzichte ich lieber ganz auf religiöse Witze, als hier selektiv Hohn zu verteilen.“

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