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Kolumne

Reiselust oder Reisefrust

29.07.2022

Markus Fankhauser
Markus Fankhauser

In wenigen Tagen werde ich für sechs Wochen in die USA reisen – ein grosser Traum von mir. Dabei werde ich von vier Freunden begleitet und unterstützt.

Wegen meiner Behinderung bedeutet eine solche Reise einen grossen Organisationsaufwand. Ein rollstuhlgängiges Auto zu finden, stellte sich zuerst als ziemliche Knacknuss heraus. Nach einigen Sackgassen klappte es schliesslich. Bei der Fluggesellschaft musste ich den Unterstützungsbedarf am Flughafen sowie meinen Rollstuhl für die Verfrachtung anmelden, damit ich nicht plötzlich ohne Rollstuhl in den USA strande. Das Buchen von rollstuhlgängigen Unterkünften hat jeweils seine Tücken. Zwar kann man bei den Buchungsplattformen entsprechende Filterfunktionen anwenden. Aber nicht selten haben sich diese Filter als unzuverlässig erwiesen. An persönlichen Abklärungen führt daher nichts vorbei.

Hinzu kam diesmal ein ärgerlicher Zwischenfall: Zwei Begleitpersonen teilten mir weniger als zwei Monate vor der Reise mit, dass sie sich von meinem Ferienprojekt zurückziehen, dies nach über einem halben Jahr Vorbereitungszeit.

Obwohl mit meinen Lebensumständen ja bestens vertraut, passiert es selbst mir, dass ich mich vom Ausmass all dieser Herausforderungen überfordert fühle und der Gedanke sich aufdrängen möchte, dass ich solche Unternehmungen besser sein lassen würde, womit ich mir auch Ärger sparen könnte.

Doch dies ist nur die halbe Geschichte. Gerade in jenen Reiseabenteuern erlebe ich immer wieder Hilfsbereitschaft, bereichernde Begegnungen und Gunst, die ich sonst nicht erfahren würde. So auch diesmal: Zu meinem Erstaunen fand ich für die zwei ausgefallenen Begleitpersonen eine spontane Ersatzperson – ein riesiges Geschenk Gottes!

Markus Fankhauser ist Jurist. Er lebt seit seiner Geburt mit einer schweren Muskelbehinderung.

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