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Kolumne

Papierverschleiss

04.03.2022

Kürzlich nahm ich an einer Führung durchs Druckzentrum in Bern teil. Es ist beeindruckend, was da an Tages- und Wochenzeitungen, Prospekten und Beilagen hergestellt wird. Jede Charge wird genau überprüft. Diese Musterexemplare landen im Altpapier. Daraus entstehen wieder Zeitungen – vorbildlich. Dasselbe geschieht auch mit Werbeflyern, die auf dem Altpapierstapel statt im Papierkorb landen. Ob sie gelesen wurden oder nicht. Dann zeigte uns der Betriebsleiter die gelagerten Papierrollen für die Produktion der nächsten zwei Wochen. Für uns sah es nach viel aus. Doch er erklärte, dass Papier Mangelware geworden ist. Nur ein Bruchteil kann frühzeitig bestellt und gelagert werden. Ständig sind sie auf der Suche nach genügend Papier.

Als ich später mal mit Kollegen unterwegs bin, erlebe ich hautnah, wohin das Material verschwindet. Unser Menü „über d Gass“ war schön verpackt. In Papier und Plastik. Jeder bekam ungefragt einen Packen Servietten dazu. Und all das landete nachher im Abfallkübel. Eine ganze Einkaufstasche voll Abfall nach einer einzigen Mahlzeit. Viele Arbeitstätige kaufen jeden Tag unterwegs ihr Fast Food. Die Papier- und Plastiksäcke, das Alu und die Essensreste landen anschliessend alle im gleichen Kübel. Oder daneben. Obwohl es Abfallbehälter gibt für verschiedenes Material. Zudem Behälter, die man auswaschen und viele Male gebrauchen kann. Die Ressourcen unserer Erde sind für die Menschen der ganzen Welt gedacht. Ich wünsche mir, dass wir als Industrienation sorgfältiger damit umgehen. Aus Dankbarkeit und Respekt vor der Schöpfung.

Mirjam Fisch-Köhler ist freie Journalistin und Referentin.

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