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Menschenrechte

Iran: Mindestens 13 Christen binnen 24 Stunden verhaftet

06.07.2020

Teheran (idea) – Im Iran haben die Revolutionsgarden in weniger als 24 Stunden mindestens 13 Christen bei Razzien in drei Städten verhaftet. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation „Artikel 18“ (London). Die Festnahmen erfolgten am 30. Juni und 1. Juli in Teheran, Karadsch und Malayer. Die Behörden forderten Dutzende weitere Christen dazu auf, ihre Kontaktdaten zu hinterlassen, um sie später zu Verhören vorzuladen. Die erste Razzia sei am Abend des 30. Juni in Teheran erfolgt: Zehn Geheimdienstmitarbeiter durchsuchten das Haus eines kürzlich zum Christentum konvertierten Iraners. Dort hielten sich zu diesem Zeitpunkt 30 Christen auf. Die Agenten verlasen eine Liste mit Namen, gegen die ein Haftbefehl bestehe. Anschließend seien sechs Anwesende – darunter zwei Frauen – verhaftet worden. Die restlichen Christen mussten ihre Mobiltelefone abgeben und Kontaktdaten für weitere Befragungen hinterlassen. Anschließend suchten die Beamten die Häuser der sechs Inhaftierten sowie weiterer Anwesender in Teheran und Karadsch auf, um diese insbesondere auf Bibeln und andere christliche Literatur zu durchsuchen. Zeugenaussagen zufolge sollen die Agenten die Christen und ihre Familienangehörigen geschlagen haben. Drei ebenfalls auf der Liste befindliche, aber nicht anwesende, christliche Konvertiten nahmen die Beamten später in ihren Häusern fest. Parallel dazu führten Revolutionsgarden auch bei einer 46-jährigen Christin in Teheran eine Hausdurchsuchung durch. Die zweifache Mutter gehört einer Hauskirche namens „Ein Herz“ an, die sich ausschließlich an Frauen richtet. Zeitgleich wiesen die Behörden drei weitere männliche Christen in Malayer an, sich am nächsten Tag zur Befragung im Geheimdienstbüro der Revolutionsgarde einzufinden. Dort seien sie laut „Artikel 18“ ebenfalls verhaftet worden, jedoch gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von je rund 1.300 Euro am nächsten Tag auf freien Fuß gekommen. Über die restlichen neun Inhaftierten ist kaum etwas bekannt. Für zwei von ihnen soll eine Kaution von je rund 2.300 Euro festgelegt worden sein.

Informant in christliche Gruppe eingeschleust

Laut „Artikel 18“ wird vermutet, dass ein Informant bei der großangelegten Razzia eingebunden war. Er soll die christliche Gruppe in den letzten Monaten infiltriert und ihr Vertrauen gewonnen haben. Diese Person soll die Geheimdienstagenten bei ihrer Razzia in der Teheraner Hauskirche begleitet und neben dem Richter gestanden haben, als dieser später seine Kautionsforderungen vorlas. 95 Prozent der rund 84 Millionen Einwohner des Iran gehören zum schiitischen Zweig des Islams. Nach Angaben des Hilfswerks Open Doors liegt die Zahl der Christen bei rund 800.000.

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