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Ein verantwortungsloses Experiment

19.05.2022

Das Kind in der Sendung darf sich sein Geschlecht beständig selbst wählen. Symbobild: pixabay
Das Kind in der Sendung darf sich sein Geschlecht beständig selbst wählen. Symbobild: pixabay

Das deutsche öffentlich-rechtliche Online-Netzwerk Funk hat eine Sendung über ein geschlechtsoffen aufwachsendes Kind veröffentlicht. Es soll sein Geschlecht beständig selbst wählen. Dazu ein Kommentar von Prof. Christoph Raedel. Er ist Professor für Systematische Theologie und Theologiegeschichte an der Freien Theologischen Hochschule Gießen (FTH). Außerdem amtiert er als Vorsitzender des Arbeitskreises für evangelikale Theologie (AfeT).

Geschlechterneutrale Erziehung – was soll das sein? Eine Doku zeigt es. Nova, fast vier Jahre alt, soll sich, so der Wunsch ihrer Eltern, „frei entfalten“. Das Kind darf jeden Tag die Frage beantworten: „Welches Pronomen präferierst Du heute?“ Freiheit total, darum geht es in diesem Konzept. Aber trägt es auch?

Frei zu sein, bedeutet Novas Eltern zufolge, unter unzähligen Optionen ohne Vorgaben zu entscheiden. Aber dieser behaupteten Freiheit fehlt ein fester Grund. Denn Nova hat nicht darüber entschieden, als Kind dieser Eltern aufzuwachsen. Nova ist nicht frei, mit vier Jahren aus diesem Erziehungsexperiment auszusteigen. Über den Grund, der unsere Freiheit trägt, haben wir gerade nicht entschieden. Absolute Freiheit ist absoluter Unsinn.

Pronomen können keine Kinder zeugen

Diese Vorstellung von Freiheit wird von der Leiblichkeit des Menschen durchkreuzt. In der Kita sprechen die Kinder über ihre Geschlechtsmerkmale („Hast du einen Penis oder eine Scheide?“), am Esstisch von Novas Familie geht es um Pronomen. In der Welt der Pronomen darf die Fantasie sich austoben, doch die Geschlechtsmerkmale bringen uns auf den Boden der Tatsachen zurück: Nova gibt es nur, weil Papa männlich und Mama weiblich ist. Pronomen zeugen keine Kinder.

Die Natur des Menschen lässt sich nicht ignorieren

Weil die natürliche Gegebenheit des Körpers stört, wird sie mundtot gemacht. Entlarvend ist die kurze Szene, in der ein handgeschriebenes Plakat eingeblendet wird, auf dem es heißt: „Folgende Punkte sollen hier nicht diskutiert werden.“ Dann die Aussage: „Geschlecht ist rein konstruiert. Es gibt keine weibliche/männliche Körperform, Chromosomen, Intimbausätze, Hormonlevel.“ Klar: Wer die menschliche Natur leugnet, muss zu Denk- und Sprechverboten greifen. Was hier als Freisein angepriesen wird, ist das Gefangensein in einer Illusion.

Kinder nicht orientierungslos aufwachsen lassen

Kinder brauchen Anleitung, Führung, Orientierung, sagt in der Doku eine Erzieherin. Sie hat recht. Orientierung auch dafür, sich als Mädchen oder Junge altersgemäß zu entwickeln. Kinder müssen ein Verhältnis zu ihrer Leiblichkeit und damit auch Geschlechtlichkeit aufbauen. Schon um wahrnehmen zu können, ob ein Erwachsener ihnen etwas antut, das nicht gut ist. Es ist daher verantwortungslos, die eigenen Kinder in diesem Entwicklungsprozess unbegleitet zu lassen.

Der Körper ist nicht bedeutungslos

Der menschliche Leib ist weder bedeutungslos noch peinlich. Denn lebendiger Leib sind wir. Vom Leib müssen wir sprechen, weil Gott in Jesus Christus menschliche Leiblichkeit angenommen hat, er Vergebung zuspricht und die Zerklüftungen unseres Lebens heilt. An ihm geht uns die Wahrheit auf, wie es um uns steht. Einzig die Wahrheit in Christus macht wirklich frei (Johannes 8,32).

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