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Glaube

Begleiter für Lebensübergänge

14.03.2021

Markus Flückiger: Fromme Floskeln vermeiden. Foto: zvg
Markus Flückiger: Fromme Floskeln vermeiden. Foto: zvg

(IDEA/hg) - Mit seinem Angebot rund um Hochzeiten und Trauungen, Trauer und Bestattungen, Willkommensfeiern und Segnungen will er „Kirchenferne“ ansprechen. Markus Flückiger, der ehemalige Geschäftsleiter von OM, macht sich als „freier Theologe“ selbständig. „Kirchen-Aussteiger und Menschen, die gänzlich ohne Bezug zur Kirche leben, bilden einen wachsenden Markt“, sagt er. Darin sieht der Mann ohne Berührungsängste seine Chance. Flückiger bezeichnet sich als unkonventionell und schliesst aus Feedbacks nach Zeremonien, dass er einen guten Draht hat zur Zielgruppe, die er ins Auge gefasst hat. Der 58-Jährige erfährt aber auch, dass Menschen, die zuvor der Institution Kirche den Rücken zugedreht haben, sich bei Lebensübergängen wieder zu Spiritualität und Riten hingezogen fühlen. Er wird in seinem neuen Job fromme Worte oder besser gesagt fromme Floskeln vermeiden, aber Gott nicht aus seinem Wortschatz ausklammern: „Ich will Menschen vermitteln, dass es einen Gott gibt, der sich für sie interessiert.“ Gerne möchte er das Denken in Schubladen – von Christen und Nichtchristen – durchbrechen, wie es Jesus damals auch getan hat. Dabei denkt der leidenschaftliche Laienschauspieler zum Beispiel an eine Begebenheit bei Filmaufnahmen zu „Wilder“. Als er von seinem siebenjährigen Einsatz in einer kongolesischen Kirche erzählte, fand das sein Gegenüber bemerkenswert. Mit Blick auf Flückigers Auftritt im Film als Double meinte dieser: „Cool! Ein Pfarrer spielt den Mörder.“ Daraus entspann sich ein sehr persönliches Gespräch über Gott und die Welt. Wenn die Leute nicht mehr in die Kirche kommen, dann ist es an uns, zu ihnen zu gehen, meint Flückiger.

Grenze ausloten

Er ist überzeugt, dass gerade in den rund 29.5 Prozent Menschen, die sich als religionslos bezeichnen, etwas schlummert, eine Ahnung, dass es eine „dritte“, eine spirituelle Dimension gibt – gerade in Lebensumbrüchen. Sein Angebot will der gebürtige Berner durch eine durchdachte Platzierung im Internet bekannt machen. Später kommt, so hofft er, Mund-zu-Mund-Propaganda dazu. Eine zentrale Bedeutung misst er den Begegnungen mit seinen Kunden zu: „In Vorgesprächen werde ich ausloten, was sich die Menschen wünschen oder vorstellen und ob sich das mit meinen Vorstellungen deckt.“ Mein Wunsch ist es, postmodernen, individualistisch geprägten Menschen einen Impuls zu geben; ja, sie zum Nachdenken oder Umdenken zu bringen – was ja der Begriff „Busse tun“ im Ursprung bedeutet. Also wird der Theologe, der insgesamt 25 Jahre bei OM tätig war – zuerst als Personalverantwortlicher, dann als Geschäftsleiter –, mehr denn je versuchen, die Liebe Gottes zu den Menschen zu bringen.

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