Grüezi

Grüezi

Gottes Licht bricht durch

Von: Wilf Gasser

Jerusalem vor 2700 Jahren. Der Prophet Jesaja erklärt den Führungskräften des Landes, wie Gott sich ein Leben unter seiner Herrschaft vorstellt. «Nein, das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen ...» Und die Konsequenz daraus: «Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach. Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich.» (Aus Jesaja 58)

New York im Herbst 2011. Führungskräfte aus China sitzen im Büro der Welt-Allianz. «Wir machen uns Sorgen um die chinesische Wirtschaft», erklären sie dem erstaunten WEA-Direktor, der die Aussage zuerst als Witz interpretiert. «Nein, ernsthaft! Unsere Wirtschaft ist so sehr von Korruption durchdrungen, dass es unsere Entwicklung bedroht. Können Sie uns helfen?»

Bern am 23. und 24. März 2012. Führungskräfte und Verantwortungsträger aus allen Bereichen der Gesellschaft kommen zusammen, um der Frage nachzugehen, wie sich biblische Werte in der Vergangenheit positiv auf unser Zusammenleben ausgewirkt haben. (Siehe Beilage in dieser Ausgabe) Sie wollen den persönlichen «Wertekompass» schärfen und durch einen verstärkten Schulterschluss noch vermehrt dazu beitragen, dass in unserer Gesellschaft «sein Licht hervorbricht und Wunden heilen» (Jesaja 58).

Allianz: Miteinander Reich Gottes sichtbar machen! Gott selbst baut sein Reich. Und er führte zum Beispiel zwei erfolgreiche Geschäftsleute zusammen, um auf die Not in der chinesischen Gesellschaft eine Antwort zu geben. Einer empfand den Auftrag, eine Firma mit Zehntausenden von Arbeitsplätzen zu schaffen. Dabei soll jeder Mitarbeiter auch bezüglich tragender gesellschaftlicher Werte ausgebildet werden. Und er begegnete «zufällig» einem Geschäftsmann aus Südafrika, der es als Auftrag sieht, mittels Videos und anderer Mittel ethische Werte in der Gesellschaft zu fördern.

Gott hat auch für die Aufgabe der Leitung der Schweizerischen Evangelischen Allianz zwei Männer zusammengeführt (siehe Seite 4). Matthias Spiess, mit seinem Anliegen für Evangelisation und Gemeindebau, und Marc Jost, mit seinem Engagement für soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlich relevantes Christsein, zeigen in ihrem wertschätzenden und sich ergänzenden Miteinander letztlich auch ein Modell, wie Allianz funktioniert. Matthias Spiess hat einen Hintergrund als Mitarbeiter der Besj-Jungschi's, als Jugendbeauftragter der SEA und engagiert sich in der Reformierten Kirche Gossau ZH. Marc Jost war Lehrer, Pfarrer EGW, Präsident der Thuner Allianz und ist aktuell kantonaler Politiker und Geschäftsführer des Hilfswerk-Verbandes Interaction.

Ich lade Sie herzlich ein, speziell für diese Männer, für das Forum christlicher Führungskräfte, aber auch generell für das Durchbrechen von Gottes Licht in unserer Gesellschaft zu beten.

Wilf Gasser ist Präsident der Schweizerischen Evangelischen Allianz.

Biblisch

Biblisch

Von: Peter Keller

 

«Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehest unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund!» (Matthäus 8,8)

«Bibelkenner werden es bemerkt haben: Im Matthäus-Evangelium lautet die Formulierung am Ende 'so wird mein Knecht gesund'. Ein syrischer Offizier hatte Jesus um Heilung seines Dieners gebeten, obwohl er (als Nicht-Jude) auf keine Gnade zu hoffen glaubte. Seit 1300 Jahren wird nun der Vers in der römisch-katholischen Messe rezitiert, jedoch in einer auf uns bezogenen, spiritualisierten Fassung: mit 'anima mea', meiner Seele. Sie ist meine liebste Stelle und mein kleines Gebet für zwischendurch und ganz sicher keine Selbsterniedrigung, wie viele Kritiker sagen, sondern die tägliche Ration Demut, ohne die wir Menschen aus dem Ruder laufen.»

Ein Lieblingsbibelwort von Peter Keller, Hergiswil, Nationalrat der SVP und Redaktor der «Welt­woche».

Wörtlich

Wörtlich

Von: Mario Gmür

«Wir haben uns zu einer Kitsch- und Klatschgesellschaft vereint, fressen den Journalisten jedes Sensatiönchen aus der Hand, laben uns an der Dramatisierung des Gewöhnlichen und an der Banalisierung des Dramatischen. Gemeinsam mit der schreibenden Zunft betreiben wir, die Medien konsumierende Gesellschaft, das Gefühlssurfen als Volkssport unseres Jahrhunderts. Wir kranken an einer kollektiven Gefühlspsychose.»

Mario Gmür, Facharzt für Psychiatrie und ­Psychotherapie sowie Privatdozent an der Universität Zürich, in der «NZZ am Sonntag».

Äxgüsi

Äxgüsi

Zuerst sterben

Von: Dorothea Gebauer

«Was heisst es denn für uns heute, für Jesus zu leiden und ein Märtyrer zu sein?» Dies fragte ein Student des Theologischen Seminars St. Chrischona nach einem Vortrag von Eric Metaxas. Der Autor stellte vor etwa 100 Studenten die Biographie Dietrich Bonhoeffers vor. Der Vortrag war packend. Doch es sind vor allem das Leben und die Hingabe eines Märtyrers des 20. Jahrhunderts selbst, die bewegten. Der Weg eines brillanten Intellektuellen und Theologen in die Nachfolge Jesu und schliesslich in den Märtyrertod wühlte die jungen Zuhörer auf.

Ja, was heisst es, im Wohlstandswesten für Jesus zu leiden? Eine in lässiger Manier gestellte Frage führte zu einem ernsthaften Gespräch. Dieses entfaltete eine alte Wahrheit neu: Jeden Tag ein klein wenig sterben, um beiseite zu treten für das, was das Reich Gottes unter uns gross macht. Nicht dass wir krankhaft oder masochistisch Selbstverleugnung suchen sollen. Das macht Gott nicht gross, sondern abstossend. Nein, Leben soll von uns ausgehen, nicht der Todesgeruch. Manches, was sich als Sterben des Egos ausgibt, stinkt in Wirklichkeit und ist verkappte Selbstvergötterung.

Die Wahrheit ist schlicht, aber nicht banal: Vor dem Osterfest kommt der Karfreitag. Gut, sich in diesen Tagen darauf zu besinnen. Das Sterben will durchlitten, aber dann auch das Feiern des Sieges von Gottes Herrschaft in der Welt fröhlich gefeiert sein. Und ist das nicht eigentlich ein ganz grosser Sieg über die Gewaltlust von Bonhoeffers Mördern, wenn seine Werke überall in der Welt immer noch Mut zur ungeteilten Nachfolge Jesu machen?

Mich hat es froh gemacht. Ich muss mich nicht ins Sterben verlieben, sondern freue mich darauf, was darin und dadurch entsteht.

Dorothea Gebauer ist Mediensprecherin der Polgermission St. Chrischona in Bettingen BS.

Synergie

Synergie

Dankbarkeit

Von: Anne Sachs

Vergangene Woche befanden wir uns in den Skiferien. Wir durften trotz frostiger Temperaturen den strahlenden Sonnenschein und den herrlich blauen Himmel in den Bergen genies­sen. Bei der Fahrt mit dem Skilift, im Angesicht der schönen Natur, durchströmte mich ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit. Dankbarkeit für Gottes Schöpfung und für die Möglichkeit, sich daran bei einem Ferienaufenthalt zu erfreuen.

Diese Zeit brachte mir ins Bewusst­sein, wie viel Grund zum Danksagen ich habe. Unser sorgloses Leben in einem sicheren Land mit Frieden und Glaubensfreiheit, ohne Angst vor Verfolgung und Krieg ist ein grosses Privileg. Ein gesicherter Arbeitsplatz ermöglicht es unserer Familie, ein Leben ohne finanzielle Sorgen zu führen. Wir erfahren eine Rundumversorgung hinsichtlich Bildung, Lebensstandard und Gesundheit. Jedweder Fortschritt steht uns rasch zur Verfügung, und besonders im Gesundheitssektor verfügen wir über die besten und umfassendsten Möglichkeiten weltweit.

Diese Punkte und noch vieles mehr sind ein täglicher Grund zur Dankbarkeit. Dankbarkeit ist eine Quelle der Lebenskraft und Freude. Natürlich lässt sich leicht danke sagen in guten Zeiten. Aber wie sieht es mit der Dankbarkeit aus, wenn uns der Wind scharf um die Nase weht? Manchmal erschüttern grosse Sorgen unseren Alltag. Verletzungen, Kränkungen und schlimme Nachrichten machen es uns nicht leicht, zu danken. Doch gerade in schwierigen Situationen kann ein Dankgebet hilfreich sein. Auch in tiefer Trauer wegen schwerer Erkrankung oder des Todes eines geliebten Menschen ist Dankbarkeit ein Weg, um die Situation unter einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

«Seid dankbar in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.» (Thessalonicher 5,18 ) Diese Aufforderung erlebte ich als Stationsärztin einer Intensivstation. Ein 14-jähriger Junge wurde an einem grossen Hirntumor operiert. Der Verlauf nach der Operation war schwierig. Als noch eine schwerwiegende Komplikation im Gehirn dazu kam, war klar, dass wir das Kind nicht retten konnten. Ich fürchtete mich ein bisschen davor, den Eltern diese grausame Nachricht mitzuteilen. Umso erstaunter erlebte ich, dass die Eltern sehr gefasst blieben. Natürlich hatten sie es bereits befürchtet und sich mit dem Tod ihres Sohnes auseinandergesetzt. Trotz aller Trauer sprachen sie von einer grossen Dankbarkeit für die Zeit, die sie mit ihrem Kind bis dahin verbringen durften. Allein davon ging ein Trost aus, der sich auch auf mich legte.

Seitdem sehe ich in der Dankbarkeit nicht nur den Ausdruck von Freude über schöne Dinge, sondern auch einen Trost für schwere Zeiten und die immerwährende Gnade Gottes.

Anne Sachs ist als Ärztin im Bereich der Wirbelsäulen- und Neurochirurgie in einer Aarauer Privatklinik tätig. Sie ist verheiratet, Mutter von drei Kindern und wohnt in Schafisheim.

Podium

Podium

Eisige Zeiten

Von: Andreas Brönnimann

Eisige Winterkälte hatte unser Land in den letzten Wochen fest im Griff. Unzählige Heizungen in der Schweiz stiessen an ihre Leistungsgrenzen. Viele Gewässer waren zugefroren und durch die zuständigen Behörden zum Eislaufen freigegeben worden. Die Heizungsfirmen konnten ihre Umsätze steigern und erlebten eine erfreuliche Hochsaison. Leider forderten diese eisigen Wintertage europaweit auch viele Todesopfer. Von der angekündigten Klimaerwärmung ist momentan auf jeden Fall weit und breit nichts zu spüren. Bereits lesen wir in den Zeitungen von einer kalten Sonne, aber auch von einer CO2- und Klimalüge der Wissenschaft.

Einer meiner Söhne ist im Moment in Afrika unterwegs. In einem SMS hat er uns geschrieben, dass sie gerade in einem alten Reisebus bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius bei einer Tankstelle in einer langen Kolonne stehen würden. Das waren aktuell etwa 50 Grad Temperaturunterschied zur Schweiz. Obschon diese aussergewöhnliche, klirrende Kälte bei uns nicht gerade das Angenehmste war, bin ich doch nicht neidisch auf die stickige Hitze im Reisebus. Mit guten Handschuhen und warmen Kleidern ausgerüstet, ist es doch ein spezielles Erlebnis, die weisse Natur bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel zu geniessen. Abends wird dann im Kreise der Familie oder mit Freunden ein feines Fondue in der guten, warmen Stube einge­nommen. Die Wissenschaft wird weiterhin mit der Klimaforschung beschäftigt bleiben und Lösungen suchen, um die Welt vor der drohenden Klimaerwärmung zu retten.

In der Bibel steht, dass nicht aufhören wird Frost und Hitze, Sommer und Winter. Somit können wir uns, so Gott will und wir leben, weiterhin auf kalte Wintertage, aber auch auf heisse Sommertage freuen.

Andreas Brönnimann ist Altnationalrat der EDU und Unternehmer. Er wohnt in Belp BE.

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