Grüezi

Grüezi

52 freie Tage geschenkt

Von: Esther Reutimann

So umstritten die Präambel «Im Namen Gottes des Allmächtigen!» in unserer Bundesverfassung auch ist, so zeigt sie doch eines: Unser Wertesystem ist immer noch christlich geprägt. Auf dieser Basis schreibt das Schweizerische Zivilgesetzbuch ein grundsätzliches Arbeitsverbot an Sonntagen vor. Ausnahmen gelten für Personen, die im Dienst des öffentlichen Verkehrs, in Pflegeberufen, in kirchlichen Ämtern oder in andern Dienstleistungsbetrieben arbeiten. Obwohl bei einem Grossteil der Bevölkerung die Kirche, Gott oder ein persönlicher Glaube kaum aktuell ist, stellen sich nur wenige gegen diesen gesetzlich vorgeschriebenen Ruhetag.

So ruhig ist dieser Tag allerdings bei den wenigsten Zeitgenossen. Der Sonntag ist zum Event-, Mobilitäts- und Konsumtag verkommen. Da ist fast alles erlaubt! Einzig der Detailhandel hat es schwer. Obwohl liberale Kräfte immer wieder an den Ladenöffnungszeiten rütteln, bleiben Herr und Frau Schweizer standhaft. Seit 2006 sind in der Schweiz neun von zehn Liberalisierungsvorlagen gescheitert.

Doch schauen wir uns einmal in Bahnhofshops und Tankstellenshops um. Sie sind sonntags meist proppenvoll mit kauffreudigen Menschen. Die Einkaufswagen bergen weit mehr als nur eine vergessene Tüte Milch. Man stimmt Nein und tut es doch... Oder waren Sie etwa noch nie am Sonntag einkaufen? Und wie steht es mit Internetshopping? Dort kann man rund um die Uhr einkaufen.

Denken Sie etwa ans Sonntagsgebot, wenn Sie surfen, finden und bestellen? Wo bleibt da die Konsequenz?

Es ist kompliziert geworden! Doch denken Sie nicht, das sei eine neue Erscheinung. In unserm «Brennpunkt» verweist Pfarrer Alfred Aeppli auf ein Jesaja-Wort, aus dem klar hervorgeht, dass es damals schon ein Kampf war um die Sabbatruhe. (Seite 4) Doch gerade heute tut eine ehrliche, persönliche Auslegeordnung zur Sonntagsheiligung Not. Ist mein Sonntag zum Event-, Konsum- oder gar zum Arbeitstag geworden? Bin ich etwa deshalb so müde? Gehöre ich darum zu denen, die nach mehr Ferien rufen? Ich lade Sie zu einer kleinen Gedankenreise ein: Zu Beginn eines neuen Jahres stehen jeder Arbeitnehmerin und jedem Arbeitnehmer je nach Alter 20, 25 oder gar 30 neue Ferientage zur Verfügung. Ein grossartiges Gefühl, über so viele freie Tage verfügen zu können! Nur schade, dass diese Tage so rasch aufgebraucht sind und man noch mehr Erholungsbedarf hätte. Man stelle sich vor, dass da einer käme und uns 52 zusätzliche Tage schenken würde. Jede Woche einen Tag. Traumhaft!

Und nun die frohe Kunde: Diese 52 Tage sind alles andere als ein Traum. Sie sind eine Tatsache, seit Erschaffung dieser Welt. Der Schöpfer selbst hat uns diesen einen freien Tag pro Woche geschenkt. Wir müssten dieses Geschenk nur neu ergreifen und gemäss seinen Weisungen nutzen. Und wir würden Wunder erleben!

Biblisch

Biblisch

Von: Stefan Broder

«Und das sollt ihr wissen: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.» (Matthäus 28,20)

«Das Versprechen von Jesus Christus an seine Jünger im Matthäus-Evangelium begleitet mich schon lange. Es ist eine Zusage, dass Jesus an meiner Seite ist - mich begleitet, sich mit mir freut und jubelt, mich leidenschaftlich anfeuert, mich tröstend in den Arm nimmt und mich in meinen schwersten Lebensstunden ein Stück meines Weges trägt. Diese vorbehaltlose Treue und Hingabe von Jesus ist für mich immer wieder aufs Neue in der Ehe, in der Familie, im Beruf, im Cevi oder in anderen Bereichen des Lebens spürbar.»

Ein Lieblingsbibelwort von ­Stefan Broder, Co-Präsident  des Cevi Schweiz aus Erlinsbach AG.

Wörtlich

Wörtlich

Von: Christine Bürk

«Als ich auf der Autobahn unterwegs war und in Gedanken noch bei einer sehr schwierigen Situation war, überholte mich ein Auto und fuhr vor mich. Als ich es wahrnahm, flog mir förmlich der Satz entgegen, der auf der Heckscheibe des Autos stand: 'Jesus liebt mich'. Eine Liebeserklärung des lebendigen Gottes. Mitten auf der Autobahn zeigt mir der liebende Gott, dass er mich liebt.»

Christine Bürk, Pfarrerin der evangelisch-reformierten Landeskirche in Rupperswil AG, im «Berner Oberländer» (BO).

Äxgüsi

Äxgüsi

Geld und Moral

Von: Marc Jost

Seit Monaten beherrschen Geld und Moral die öffentliche Diskussion. Es stechen riesige Unterschiede bei Einkommen und Vermögen ins Auge, ebenso immense Schuldenberge, die darauf hinweisen, dass hier eine (westliche) Gesellschaft über ihre Verhältnisse lebt. Das Thema regt zum Nachdenken an.

Welche Kernaussagen macht eigentlich die Bibel zum Thema Geld? Sie sagt nicht pauschal, Geld und Reichtum seien einfach schlecht oder gut. Eine zentrale Aussage von Jesus steht in Matthäus 6: «Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz ... Niemand kann zwei Herren dienen. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.»

Auch wenn Jesus hier provozierend Gott und Mammon einander ausschliessend gegenüber stellt, wird Reichtum und Wohlstand nicht einfach verurteilt. Jesus weist aber auf die korrumpierende Macht des Geldes hin, wenn es zum wichtigsten Faktor im Leben geworden ist. Das muss uns beunruhigen: Hat mich das Geld so sehr im Griff, dass es meine ethischen Überzeugungen beeinflusst, ja über den Haufen wirft? Oder bewahre ich meine moralische Unabhängigkeit auch dann, wenn mir grosse Geldgewinne möglich wären?

Nachdem bisher öffentlich vor allem darüber gestritten wurde, ob solche moralischen Massstäbe von Führungskräften mit grosser Verantwortung erwartet werden dürfen, möchte ich Herrn und Frau «Evangelikal» mit diesem Anspruch konfrontieren: Prüfen wir unsere Motive im Alltag? Bin ich in meinen Gedanken und Entscheidungen primär von finanziellen Faktoren beeinflusst? Oder ordne ich Anreize zu mehr Vermögen letztlich Gottes Geboten unter, die mich dazu verpflichten, das Gemeinwohl höher zu gewichten als mein Privatkonto?

Marc Jost ist Geschäftsführer des Hilfswerkverbandes «Interaction» und Berner Grossrat. Er wohnt in Thun.

Synergie

Synergie

Liebe schafft neue Synergien

Von: Bruno Jordi

Die Kolumne «Synergie» ist aus einer Kooperation von «idea Spektrum» und CGS (Christliche Geschäftsleute Schweiz) entstanden. Anstatt dass zwei Körperschaften das gleiche tun, nämlich ein Magazin herausgeben, spannte man zusammen, und die CGS-Zeitschrift «Synergie» wurde eingestellt.

Sind wir Menschen nicht extrem synergetische Wesen? Was da alles zusammenspielen musste, damit wir geworden sind, wie wir sind: ein wahrhaftiges Schöpfungswunder! Jesus vergleicht die Vielfalt der Funktionen und das Zusammenspiel des Körpers mit seiner Gemeinde als Leib. Ob wir von der Gesellschaft als solchen erkannt werden? Ansatzweise sicher schon. Aber da liegt noch ein riesiges Potenzial brach! Wir neigen dazu, das, was wir haben, als Schatz zu vergraben, anstatt es zu multiplizieren. So, wie es Jesus im Gleichnis erzählt. Als der Herr die Verwalter zur Rechenschaft zog, da fürchtete sich der Dritte. Er war ein Verlierer in seiner Grundhaltung und versteckte, was er hatte, aus Angst, etwas zu verlieren.

Gerade in der heutigen Wirtschaftslage, wenn Gewitterwolken in Sicht sind, ein Wetteralarm mit Sturm sich ankündigt, gilt es, sich auf das zu konzentrieren, was wir haben. Jesus sagte als Résumée seines Statements: «Wer da hat, dem wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat (glaubt nichts zu haben), wird auch das genommen werden, was er hat.» Wir sollen vorwärtsschauen und die Häupter erheben, wenn Stürme auffahren. Diese Grundhaltung öffnet unsere Herzen nach mehr von oben, nach mehr Synergie, nach dem Glauben, der Berge versetzt. Sie macht uns frei, das Synergiepotenzial im Leib Christi zu entdecken. Schliesslich haben wir immer noch den gleichen Auftrag, nämlich Salz und Licht zu sein, die beste Botschaft hinauszutragen, wie es Paulus sagt: zur Zeit und zur Unzeit.

Das ist mein Wunsch für die nächsten Jahre: dass den Leuten um mich herum die Augen geöffnet werden und sie den Leib Christi erkennen. So sagte es Jesus: «An eurer Liebe füreinander wird die Welt erkennen, dass ihr meine Jünger seid!»

Wenn diese Liebe in uns ist, ergeben sich göttliche Synergien, die uns Christen stark machen, um in der Gesellschaft auf vielfältigste Art präsent zu sein.

Bruno Jordi ist Leiter des Jordi Medienhauses in Belp und Präsident der Christlichen Geschäftsleute Schweiz (CGS). bruno.jordi@jordibelp.ch

Podium

Podium

Raum zum Leben

Von: Marianne Streiff

Unlängst verkündeten es die Medien schweizweit: Der Wakkerpreis 2012 geht an Köniz. Als langjährige Gemeinderätin dieser grossen Gemeinde freue ich mich riesig über die Auszeichnung. Sie wird vom Schweizer Heimatschutz vergeben und ist im Fall von Köniz ein Aufruf an alle Agglomerationsgemeinden, ihre Entwicklung sorgfältig zu planen, um als Wohn- und Arbeitsort attraktiv zu bleiben.

Für die Gesamtbeurteilung mass­ge­bend sind Landschafts- und Um­gebungsschutz, Nachhaltigkeit, Verkehrsplanung und Wohnqualität. Insbesondere achtet die Jury auf die sichtbare, qualitative Weiterentwicklung und Aufwertung des Ortsbildes unter zeitgenössischen Gesichtspunkten. Nun gehört also «meine Gemeinde» offiziell zu jenen Orten, wo Menschen gerne wohnen. Während Jahrzehnten wurde die Raumplanung geschickt den aktuellen Bedürfnissen angepasst.

Räume planen und errichten ist das eine. Mit Leben erfüllt, werden sie zu Biosphären, wo Menschen, Tiere und Pflanzen gedeihen. Bei aller Freude über diese Erfolgsgeschichte stieg in mir die Frage auf: «Wem gebe ich Raum in meinem Leben? Wer alles soll und darf in mir, mit mir wohnen?» Sicher mein geliebter Ehemann, meine wunderbaren Kinder, meine allerliebste Enkelin. Aber auch kostbare Menschen, die mich freundschaftlich begleiten oder die meine Hilfe brauchen, Menschen, mit denen ich in irgendeiner Form zusammenarbeite. Ihnen allen soll es mit mir zusammen wohl sein in meinen Räumen. Gibts dafür auch eine Art Wakkerpreis? Ja! Überreicht wird er im Namen Gottes von Paulus in 1. Korinther 6,19: «Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes.» Deshalb: «Komm, Heil'ger Geist, kehr bei uns ein, und lass uns deine Wohnung sein!»

Marianne Streiff ist Nationalrätin der EVP und wohnt in Köniz.

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Heft 06/2012

Aus dem Inhalt der aktuellen Ausgabe

Titelblatt 2012-06
  • Brennpunkt: Was heisst denn Sonntagsheiligung? Der Sonntag ist zu einem Sport- und Eventtag geworden.
  • Erbschaftssteuer: Heiner Studer im Clinch mit Hans-Ulrich Bigler
  • Pro Israel: 1000 bekunden in Bern ihre Liebe zum ausewählten Volk
  • Preisbindung: Der christliche Buchhandel hofft auf den 11. März
  • Pilgerwanderug: EMK-Pastor lädt zum Pilgern durch den Jura

Titelstory

Politik & Gesellschaft 08.02.12

«Internet und Mail jedoch sind am Sonntag tabu»

Christen sollten die eigenen Prioritäten im Umgang mit dem Sonntag überprüfen. Dies meint Pfarrer Alfred Aeppli, Präsident des Landeskirchen-Forums. Auch am Gebot der Sonntagsheiligung zeige sich, wie lebensdienlich die biblischen Weisungen sind. Heute ist der Sonntag zum Konsum- und Eventtag verkommen - mit Folgen. mehr...

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Aktuelles

Politik & Gesellschaft 08.02.12

Pro und Kontra: Erbschaftssteuer

PRO: Die Erbschaftssteuer ist die gerechteste Steuer Von Heiner Studer, Präsident EVP Schweiz, alt... mehr...

Familie & Bildung 08.02.12

Die Ehe-Woche belebt auch Kirchen

Die Weltweite Evangelische Allianz lädt dazu ein, am 12. Februar einen «Sonntag für die Ehe» zu... mehr...

Kongresse & Veranstaltungen 08.02.12

Israel braucht Freunde und viel Gebet

Fast 1000 Personen haben am Sonntag den Anlass von Pro Israel in Bern besucht. «Israel braucht... mehr...

Mission & Evangelisation 08.02.12

Dort wirken, wo es keine Kirchen gibt

«No hope, no future, no church»: Das gilt nicht für die mehr als 80 Personen, die an der... mehr...

Kultur & Kunst 01.02.12

Frau Fisch nimmt ein Auge voll von «Fischaugä»

Gospel-Comedy In 15 Sequenzen zeigen die beiden Schauspiel-Profis Beat Müller und Peter Wild... mehr...

Medien & Wirtschaft 08.02.12

Die Rettung für den christlichen Buchhandel?

Nach erfolgreichem Referendum wird am 11. März über das Gesetz zur Buchpreisbindung abgestimmt.... mehr...

Kirche & Konfessionen 18.01.12

Wie «Mann» die Einheit mit Jesus entdecken kann

«In Sachen Beziehungen sind wir Männer oft verarmt. Das ist eine tiefe Not.» So lautet eine... mehr...

Amtsträger & Persönlichkeiten 14.12.11

Wilf Gasser: «Nicht von Angst und Pessimismus bestimmt sein»

«Zeugen (in) einer multireligiösen Welt» war das Thema des Leiterforums. Was wollen Sie denn in... mehr...

Theologie & Glaubensleben 08.02.12

Pilgern in Etappen: Von Basel ins Dreiseenland

«Ich bin dann mal weg!» Mit seinem Bestseller über den Jakobsweg löste der TV-Mann Hape Kerkeling... mehr...

Religionsfreiheit & Menschenrechte 01.02.12

Ehepaar Hassu: «Danke Gott, alles ist gut!»

Vor genau einem Jahr hatte unser Magazin erstmals über Faruq und Horiya Hassu berichtet. Die... mehr...

Dossiers

idea Schweiz vertieft bei interessanten Themengebieten die Informationen und bietet über die Dossiers die Möglichkeit, diese Themen gezielt nachzuverfolgen.

  

Schöpfung vs. Evolution

Seit Jahrzehnten erhitzt sie die Gemüter Tausender Christen, Forscher und Wissenschaftler: die Frage nach dem Ursprung der Welt und des Lebens. Im Dossier Schöpfung versus Evolution sammelt idea Schweiz Artikel und Dokumente zu dieser spannenden Diskussion. mehr...

  

Finanzkrise

Momentan ist sie in aller Munde: die Finanzkrise. idea Schweiz hält hier für Sie die Gedanken zur Krise in der Wirtschaft fest. mehr...

  

Nahostkonflikt

Der Nahostkonflikt beschäftigt seit Jahrzehnten die Weltöffentlichkeit. idea Schweiz fasst in diesem Dossier die Artikel zusammen, welche Israel und den Konflikt im Nahen Osten thematisieren. mehr...