Sonntag • 29. November
Prävention von Abtreibungen
18. November 2020

Zwei Volksinitiativen angekündigt

Symbolbild: pixabay.com/H. Hach
Symbolbild: pixabay.com/H. Hach

Münchenstein (idea/dg) – Der Verein Mamma sammelt Startkapital für die Lancierung zweier Volksinitiativen gegen Abtreibung. Im Frühling 2021 sollen die Unterschriftensammlungen starten. Mit der Initiative „Einmal-darüber-schlafen“ will der Verein erreichen, dass vor jeder Abtreibung mindestens ein Tag Bedenkzeit eingeräumt werden muss. „Die ‚Lebensfähige-Babys-retten‘-Initiative will, dass Abtreibungen zu einem Zeitpunkt, wo das Kind bereits ausserhalb des Mutterleibes lebensfähig ist, nicht mehr zulässig sind“, schreibt der Verein in einem Informationsbrief. Der Verein begründet die beiden Initiativprojekte damit, dass Bundesrat und Parlament nichts für die Prävention von Abtreibungen unternehmen wollten. Die Initiativen würden von einem überparteilichen Komitee getragen.

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Gegen übereilte Entscheidungen

Die Initiative „Einmal-darüber-schlafen“ berücksichtigt laut dem Verein Mamma „die Tatsache, dass in der Schweiz schon drei Viertel aller Abtreibungen mit der chemischen Methode erfolgen.“ Schwangere Frauen erhielten die Abtreibungspillen oft unmittelbar nach dem ersten Gespräch beim Arzt. Es bleibe keine Zeit zum Nachdenken und zum Studieren der Liste mit Hilfs- und Beratungsstellen, die der Arzt diesen Frauen aushändigen müsse. Hier wollen die Initianten einen Tag Bedenkzeit einschieben.

Spätabtreibungen ein Ende setzen

Die zweite Initiative geht das Thema Spätabtreibungen an. „Dutzende Babys pro Jahr werden in der Schweiz nach der 22. Schwangerschaftswoche abgetrieben“, ist im Mamma-Informationsbrief zu lesen. Mit intensivmedizinischer Hilfe könnten diese Babys aber schon ausserhalb des Mutterleibes überleben. Bei einer so späten Abtreibung werde das Kind auf brutalste Weise zu Tode gebracht. Dieses Töten müsse aufhören, fordern die Initianten.

Der Verein Mamma mit Sitz in Münchenstein beruft sich auf eine christliche Werthaltung und setzt sich aktiv "für eine Kultur des Lebens ein, insbesondere für den Schutz des ungeborenen Kindes von der Empfängnis an und für tragfähige soziale Rahmenbedingungen für Familien und Alleinerziehende".

Erste Echos zur Ankündigung

Die Initiativen würden von einem überparteilichen Komitee getragen, ist im neuesten Mamma-Info zu lesen. Die Frage, wer in diesem Komitee mitarbeitet, hat der Verantwortliche Dominik Müggler nicht beantwortet. Vorstösse zum Thema Abtreibung eingereicht haben im Nationalrat in den letzten Jahren die beiden SVP-Vertreter Erich von Siebenthal (BE) und Yvette Estermann (LU). Von Siebenthal freut sich, dass der Verein Mamma mit den geplanten Initiativen dem Thema zu einer breiteren Diskussion verhilft. Yvette Estermann sieht in den beiden Initiativen im Kern einen Schutz von Mutter und Kind. Die späten Folgen einer Abtreibung würden viele der oft jungen Mütter ein ganzes Leben verfolgen. Auch das OK von Marsch fürs Läbe, die Stiftung Zukunft CH und die EDU äussern sich positiv zu den grundsätzlichen Anliegen. Der Verein Mamma hat die Initiativtexte jedoch noch nicht bekannt gegeben. Manche Organisationen warten deshalb noch zu mit einem Kommentar und dem offiziellen Entscheid über eine Unterstützung.