Donnerstag • 27. Februar
CVP-Präsident Gerhard Pfister
28. Januar 2020

"Wir müssen über das ‘C’ reden!"

CVP-Präsident Pfister:
CVP-Präsident Pfister: "Die Schweiz ist und bleibt christlich." Foto: Andrea Vonlanthen

Zug (idea/rh) - Gerhard Pfister, Nationalrat und Präsident der CVP Schweiz, möchte die Partei weiterhin führen. Er stellt sich im Juni zur Wiederwahl. In einem Interview mit ideaSpektrum nimmt Pfister unter anderem ausführlich Stellung zur intern geführten Diskussion um den Parteinamen. Soll in Zukunft auf das "C" verzichtet werden?

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Pfister bedauert "Lecks in der Partei"

Gerhard Pfister stellt klar, dass nicht er diese Diskussion angestossen habe. Vielmehr habe sich das Präsidium für eine Markenanalyse ausgesprochen. Erst dann sollte über den Namen diskutiert werden. Pfister bedauert, dass "durch Lecks in der Partei" die Diskussion bereits in den Medien geführt werde. Noch wichtiger als der Name an sich sei für ihn aber die Diskussion über das "C". Diese müsse ergebnisoffen geführt werden. Für Pfister steht das "C" für die christlichen Werte, welche die Schweiz prägen.

"Das sind heikle Fragen"

Ob die CVP bei den eidgenössischen Wahlen ohne "C" im Namen noch besser abgeschnitten hätte? Parteipräsident Pfister winkt ab. Das könne man nicht so sagen. Allerdings müsse man die Frage stellen, "ob wir mit einem anderen Namen auch andere, neue Wählerschichten ansprechen könnten". Gleichzeitig sei aber auch zu fragen, wie viele bisherige Wähler verloren gingen. "Das sind heikle Fragen", stellte Gerhard Pfister im idea-Interview fest. Letztlich müssten die Parteimitglieder darüber entscheiden. Er müsse entgegennehmen, dass das "C" für "gewisse Menschen ein Hinderungsgrund sein kann".

Die Schweiz soll auf christliche Werte bauen

Mit EDU, EVP und CVP berufen sich gleich drei Parteien auf das christliche Erbe. Warum soll man überhaupt noch CVP wählen und nicht EVP oder EDU, wenn das "C" nicht mehr gilt? "Wenn das 'C' allenfalls aus dem Namen fällt, heisst das nicht, dass wir keinen Wert mehr legen auf christliche Werte", entgegnete Pfister und er betont: "Wir sind überzeugt davon, dass die christliche Tradition unser Land geprägt hat und unsere Politik weiter auf christlichen Werten aufbauen soll." Sollte die Markenanalyse zeigen, dass das 'C' ein gewinnbringender Teil des Parteinamens sein, werde es selbstverständlich behalten. Die Diskussion um das "C" belege nicht das Zerbröseln des christlich-abendländischen Erbes, sondern nur, dass die kirchliche Bindung der Menschen abnehme, meinte Pfister. Dass christliche Erbe manifestiere sich "in unseren demokratischen Werten, in Freiheit und Solidarität".

Mission "Mitte"

Als künftiges Zielpublikum der CVP sieht Pfister "Menschen, die der Überzeugung sind, dass es in der Mitte eine Kraft braucht, welche die Schweiz zusammenhält. Das ist unsere Mission." Die politische Polarisierung schade dem Land. Gerade weil die CVP in der Mitte politisiere, repräsentiere sie die Vielfalt der Schweiz am besten. Die Partei sei nicht nur Zünglein an der Waage, sondern sie versuche, zwischen den politischen Gegensätzen zu vermitteln. Die Unversöhnlichkeit der Gegensätze wachse überall in Europa, nicht nur bei uns. Gerhard Pfister: "Da ist es unsere Aufgabe, eine Politik zu machen, die die Schweiz zusammenhält und nicht spaltet."

Lesen Sie das ausführliche Interview in ideaSpektrum 5-2020. CVP-Präsident Pfister äusserst sich darin zur Präambel in der Bundesverfassung, der zentralen Aufgabe der Kirche und darüber, wie man Gottvertrauen lernen kann.