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Kritik an staatlicher Corona- und Angstpolitik
15. Oktober 2020

„Will nicht abseitsstehen!”

Regli: „Engagiere mich für das Lebensglück.“ Foto: zvg
Regli: „Engagiere mich für das Lebensglück.“ Foto: zvg

(idea) - Daniel Regli, OK-Präsident von "Marsch fürs Läbe", mobilisiert auch gegen staatliche Corona-Massnahmen. Er hat dazu ein Bürgerforum gegründet. idea wollte von ihm wissen, was treibt ihn zu diesem Engagement antreibt.

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Was motivierte Sie, sich ganz an der Spitze für Demonstrationen gegen ­Corona-Massnahmen zu engagieren?
Regli: Nach Berechnungen des Teams Didier Sornette, Professor für unternehmerische Risiken ETH Zürich, hat der Lockdown die Schweiz vor 400 weiteren Todesfällen bewahrt, Quelle ist SWISSINFO vom 14. Mai. Um 400 hochbetagten Menschen noch etwas zusätzliche Lebenszeit zu ermöglichen, mutet der Bundesrat also der ganzen Bevölkerung einschneidende Massnahmen und unermessliche Schäden zu. Das ist absolut unverhältnismässig! Und es ist rechtswidrig. Die Landesregierung hat sich zum Beispiel über ein wichtiges Bundesgerichtsurteil hinweggesetzt, das den finanziellen Wert eines alten Menschenlebens definiert hat.

Was läuft Ihrer Meinung nach falsch?
Der soziale, finanzielle und politische Schaden im Volk ist riesig. Beziehungen und berufliche Existenzen zerbrechen. Volksvermögen wird verpulvert. Schulden steigen. Der grösste Schaden ist meines Erachtens aber die pandemische Angst! Psychologen und Psychiater werden überrannt. Da will ich nicht schweigend abseitsstehen! Widerstand ist ein urdemokratisches Recht. Mit unseren PR-Aktionen hinterfragen und kritisieren wir seit März die staatliche Corona-Politik. Welche Szenarien hat der Bundesrat erwogen vor dem Lockdown? Welche Kosten-/Nutzen-Abwägung ist erfolgt? Wie kam es zur Fehlerkaskade in der Pandemieplanung und im Risikomanagement usw.? Auch postulieren wir laufend das gemäss unserer Überzeugung bessere politische Modell, nämlich exklusiven, optimierten Schutz der Risikogruppen.

Warum wählten Sie als Mittel den Aufruf zu Demonstrationen?
Der Bundesrat behauptet immer wieder, das Modell 'Exklusiver Schutz der Risiko­gruppen' sei nicht praktikabel. Einer kritischen öffentlichen Diskussion dieser These hat sich die Regierung bisher aber nicht gestellt. Da die meisten Medien die Angstpolitik der Landesregierung noch verstärken, erscheinen mir Demos als gutes, demokratisch legitimiertes Mittel, um Gegenöffentlichkeit zu schaffen.

Medien berichteten über Ihr Corona-Engagement immer unter Nennung ihres MFL-Engagements und Ihrer Kritik an Gender-Themen. Nehmen Sie bewusst in Kauf, dass damit der MFL in die Nähe der Kritik an den Corona-Massnahmen gebracht wird?
Unsere Gesellschaft wird seit Jahren mit bizarren Hypothesen und übertriebenen Szenarien durch die Zeit getrieben. Viele schlucken inzwischen absurdeste Theorien, mögen diese nun Gender, das Lebensrecht, das Klima oder Corona betreffen. Wenn ich radikal für das Lebensrecht und die Freiheit bzw. Angstfreiheit im Volk kämpfe, nehme ich in Kauf, dass ich unter anderem auch auf Unverständnis und Kritik stosse.

Wie sehen Sie Ihre konkrete zukünftige Aufgabe im Marsch fürs Läbe und im von Ihnen gegründeten Bürgerforum respektive den Corona-Demos?
Ich werde mich im oben erwähnten Sinn weiterhin engagieren für das Lebensglück der Mitmenschen.
(Interview: David Gysel)