Mittwoch • 19. September
CDU/CSU-Fraktionschef
02. September 2018

Kauder: Union muss die AfD schärfer angreifen

Der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Bundestag, Volker Kauder. Foto: Laurence Chaperon
Der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Bundestag, Volker Kauder. Foto: Laurence Chaperon

Berlin (idea) – Die Unionsparteien müssen sich deutlicher von der AfD abgrenzen. Das hat der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Bundestag, Volker Kauder (Berlin), gefordert. In der „Welt am Sonntag“ kritisierte er, AfD-Politiker hätten die Ausschreitungen von Chemnitz nachträglich gebilligt. Dadurch sei Rechtsradikalismus in Deutschland erstmals „aus einer Bundestagspartei mehr oder weniger offen unterstützt“ worden. „Das ist schon eine neue besorgniserregende Qualität“, so Kauder. Die Union müsse deshalb künftig auch im Bundestag „klarer ansprechen, was der Kern dieser Partei ist, wie aus dieser Partei Rechtsradikale unterstützt werden, ja dass Rechtsradikale selbst Mitglieder in der AfD sind“. Politiker von CDU und CSU müssten sich zwar bemühen, mit AfD-Wählern ins Gespräch zu kommen, dürften dabei aber nicht von ihren Grundsätzen abrücken. Sie müssten „die AfD-Wähler schon fragen: Schämen Sie sich nicht, einer solche Partei die Stimme zu geben? Wissen Sie nicht, wofür diese Partei und ihre Politiker stehen? Wollen Sie nicht wahrnehmen, dass diese Partei die christlichen Werte missachtet?“ Außerdem forderte Kauder, die Finanzierung der AfD genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Partei sei im Bundestagswahlkampf mit Millionenbeträgen unterstützt worden. Woher das Geld kam, sei aber nicht bekannt. In Chemnitz war am 26. August ein 35-jähriger Deutscher während des Stadtfestes erstochen worden. Die Polizei hat einen 23-jährigen Syrer und einen 22-jährigen Iraker als Tatverdächtige festgenommen. Im Anschluss an die Tat war es in Chemnitz zu Übergriffen auf Ausländer und zu gewalttätigen Demonstrationen durch Rechtsradikale, Hooligans und Linksradikale gekommen.

ANZEIGE

Diskutieren

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen. Nach dem Erscheinen eines Artikels kann dieser 48 Stunden kommentiert werden.

35 Kommentare
Kommentare sind ausgeblendet.
Zum Einblenden der Kommentare hier klicken.