Samstag • 7. Dezember
Ökumenischer Kongress
11. November 2019

Trotz Verfolgung: Überall entstehen neue christliche Gemeinden

Der Direktor des christlichen Hilfswerks „Barnabas Fund“, Patrick Sookhdeo. Foto: idea/Wolfgang Köbke
Der Direktor des christlichen Hilfswerks „Barnabas Fund“, Patrick Sookhdeo. Foto: idea/Wolfgang Köbke

Schwäbisch Gmünd (idea) – Trotz weltweit zunehmenden Widerstands gegen das Christentum entstehen überall neue christliche Gemeinden. Das berichtete der Direktor des christlichen Hilfswerks „Barnabas Fund“, Patrick Sookhdeo (Pewsey/Südwestengland), beim ökumenischen Kongress „Christenverfolgung heute“ in Schwäbisch Gmünd. Veranstalter sind das Christliche Gästezentrum Württemberg (Schönblick) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar).

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Sookhdeo zufolge werden in kommunistischen sowie islamisch, buddhistisch oder hinduistisch geprägten Ländern Christen systematisch verfolgt. Außerdem wird die Hinwendung zum Christentum massiv behindert. Man solle aber auch sehen: „Gott selbst beschützt die Gläubigen und baut seine Kirche.“

Kritik übte Sookhdeo auch an der in zahlreichen westlichen Ländern vorherrschenden Weltanschauung. Der säkulare Humanismus verneine konsequent die Existenz übernatürlicher Mächte, insbesondere die Vorstellung eines allmächtigen Gottes. Dies habe dazu geführt, dass sich der Mensch an die Stelle Gottes gesetzt habe und selbstherrlich alles für machbar und erlaubt halte. Von dieser Ideologie hätten sich auch die Kirchen anstecken lassen. Christen, die Gott vertrauten und an seinen Geboten festhielten, müssten mit starkem Gegenwind rechnen. „Sind wir dazu bereit?“, fragte Sookhdeo.

„Barnabus Fund“: Bis zu 200 Millionen Christen in China

Nach seinen Angaben breitet sich das Christentum vor allem in sogenannten Verfolgerstaaten aus. In der Volksrepublik China gebe es heute zwischen 150 und 200 Millionen Christen, die sich hauptsächlich in staatlich nichtregistrierten Kirchen versammelten. Anfang der 1950er Jahre habe das kommunistische Regime gehofft, mit der Ausweisung von Missionaren auch das Christentum vertreiben zu können.

In Nepal habe es in den 1950er Jahren keine Christen gegeben. Heute schätzten Experten ihre Zahl auf bis zu drei Millionen. Selbst im streng islamisch regierten Iran seien in den letzten Jahren bis zu 300.000 ehemalige Muslime zum Christentum konvertiert.

Indien: Regierung plant Verfassungsänderung gegen religiöse Minderheiten

Von der internationalen Aufmerksamkeit weitgehend unbeachtet mehrten sich in Indien die Angriffe gegen religiöse Minderheiten, berichtete der Bischof der evangelischen Nethanja-Kirche, Singh Komanapalli (Visakhapatnam). Die mit absoluter Mehrheit regierende Indische Volkspartei (BJP) plane eine Verfassungsänderung, um die Aktivitäten christlicher und muslimischer Gruppen weiter zu erschweren. Bereits jetzt sei es verboten, in der Nähe von hinduistischen Tempeln Gottesdienste zu feiern, christliche Lieder zu singen oder Traktate zu verteilen. In vielen Städten würden immer mehr Tempel gebaut, so dass kaum noch kirchliches Leben möglich sei.

Zudem würden Christen finanziell und gesellschaftlich benachteiligt. Bei Angriffen gegen kirchliche Gebäude und einzelne Christen schaue die Polizei häufig weg. Um Indien christenfrei zu bekommen, würden christliche Mädchen systematisch entführt, geschwängert und von ihren Familien entfremdet. Der Propaganda radikaler Hindus zufolge könne nur ein Hindu ein echter Inder sein.

Als Reaktionen verstärke die Kirche ihre Bildungsarbeit und fördere den Zusammenhalt unter den Pastoren. Indien hat etwa 1,3 Milliarden Einwohner, von denen offiziell mehr als 80 Prozent Hindus sind. Daneben gibt es 13 Prozent Muslime und 2,5 Prozent Christen.

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