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Pakistan
02. Dezember 2018

Schüsse auf das Haus von Asia Bibis Töchtern

Die Familie von Asia Bibi (Bild) hofft, das Weihnachtsfest in Rom gemeinsam verbringen zu können. Foto: AsiaNews
Die Familie von Asia Bibi (Bild) hofft, das Weihnachtsfest in Rom gemeinsam verbringen zu können. Foto: AsiaNews

Islamabad (idea) – Im Fall der in Pakistan zum Tode verurteilten und nun freigesprochenen Christin Asia Bibi gehen die Drohungen gegen sie und ihre Familie weiter. Unbekannte sollen das Haus, in dem aktuell die beiden Töchter Esha und Eisham wohnen, beschossen haben. Das meldet das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“. Wie der Familienfreund Jospeh Nadeem der Organisation sagte, erhielten sie ständig Drohungen. Nadeem kümmert sich seit der Verurteilung Asia Bibis 2010 um die Familie und begleitete Tochter Eisham und den Ehemann Bibis, Ashiq Masih, mehrfach ins Ausland. Nach Angaben Nadeems wohnt seine Familie derzeit mit den Töchtern Bibis zusammen. Sie hätten nach dem Freispruch der Katholikin fliehen müssen. Dabei seien sie getrennt worden. „Asia und ihr Mann befinden sich an einem sicheren Ort und werden bewacht. Doch wir können sie nicht besuchen“, so Nadeem. Auch seine eigene Familie werde von Islamisten bedroht. Sie könnten nicht einmal Lebensmittel einkaufen gehen. Er selbst verlasse das Haus nur bei Nacht und mit verhülltem Gesicht. Die beiden Mädchen hätten aufgrund der bedrohlichen Lage ihre Mutter noch nicht treffen können, telefonierten aber täglich mit ihr. Sie warteten darauf, Pakistan schnell verlassen und an einem sicheren Ort leben zu können. „Wir hoffen, dass unsere Familien dieses Weihnachtsfest in Rom verbringen können.“ Die Katholikin Asia Bibi war 2010 zum Tode verurteilt worden, weil sie den Propheten Mohammed beleidigt haben soll. Das Oberste Gericht hob das Urteil in einem am 31. Oktober 2018 verkündeten Richterspruch auf. Die Entscheidung löste massive Proteste radikaler Muslime aus. Einem im Pakistan tätigen Geistlichen zufolge, der aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden kann, ist Bibi kein Einzelfall: Ihm zufolge sind derzeit 1.335 Menschen aufgrund von sogenannten Blasphemievorwürfen im Gefängnis: 633 sind Muslime, 494 Ahmadis,187 Christen und 21 Hindus. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus.

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