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Menschenrechtsorganisation
09. Juni 2017

Nigeria droht ein Bürgerkrieg

Igbo-Separatisten in Nigeria fordern einen eigenen Staat mit dem Namen Biafra. Foto: picture-alliance/AP Photo
Igbo-Separatisten in Nigeria fordern einen eigenen Staat mit dem Namen Biafra. Foto: picture-alliance/AP Photo

Frankfurt am Main (idea) – Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM, Frankfurt am Main) warnt vor einem drohenden Bürgerkrieg in Nigeria. Am 6. Juni haben ihr zufolge mehrere muslimische Gruppen dem christlichen Volk der „Igbo“ in der sogenannten „Kaduna-Erklärung“ einen Krieg angekündigt. Die Veröffentlichung ist nach dem Bundesstaat im Norden des Landes benannt. Die Christen hätten drei Monate Zeit, die Region zu verlassen. Ab dem 1. Oktober – Nigerias Unabhängigkeitstag – werde es „sichtbare Maßnahmen“ gegen die Christen geben. Die Igbos gehören zu den drei größten Völkern Nigerias. Einige von ihnen fordern ihrerseits einen eigenen Staat, um dort unabhängig von Nigeria in Frieden leben zu können. Als Grund nennen sie den blutigen Feldzug der islamischen Terrorgruppe Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde) und Übergriffe von muslimischen Fulani-Nomaden auf Christen. Die meisten Fulani sind Viehhirten und teilweise in den vergangenen Jahren von Islamisten unterwandert worden. Nach Angaben der muslimischen Unterzeichner ist die Kaduna-Erklärung auch eine Reaktion auf die Bestrebung einiger Igbo nach Unabhängigkeit. Der Afrika-Referent der IGFM, Emmanuel Ogbunwezeh, sagte: „Diese Erklärung mit den Gewaltandrohungen bereitet den Weg für eine Wiederholung des nigerianischen Bürgerkriegs der späten 60er Jahre.“ Die nigerianische Bundesregierung müsse die Ungerechtigkeiten beseitigen, unter denen nicht nur die Igbo litten, „denn sonst gibt es über kurz oder lang einen Bürgerkrieg – und dieses Mal wird Nigeria als Nation nicht überleben“. 48 Prozent der 177 Millionen Einwohner Nigerias sind Kirchenmitglieder, 51 Prozent Muslime.

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