Samstag • 20. Oktober
Nigeria
20. September 2018

Islamische Terroristen veröffentlichen eine „Blutbotschaft“

Die getötete Hebamme Saifura Husseini Ahmed arbeitete für das Rote Kreuz. Symbolbild: pixabay.com
Die getötete Hebamme Saifura Husseini Ahmed arbeitete für das Rote Kreuz. Symbolbild: pixabay.com

Abuja/London (idea) – In Nigeria hat die radikal-islamische Terrormiliz Boko Haram eine Entwicklungshelferin vor laufender Kamera hingerichtet und andere mit dem gleichen Schicksal bedroht. In einem Video zeige die Boko-Haram-Gruppe „Barnawi“, wie die Hebamme Saifura Husseini Ahmed gefesselt und von hinten erschossen werde, berichtet die internationale Menschenrechtsorganisation „Christian Solidarity Worldwide“ (London). Die 25-Jährige arbeitete für das Internationale Komitee des Roten Kreuzes. Sie war im März mit einer weiteren Rot-Kreuz-Mitarbeiterin, der Hebamme Hauwa Mohammed Liman, und der Krankenschwester Alice Loksha vom Kinderhilfswerk UNICEF der Vereinten Nationen verschleppt worden. Diese sollen laut dem Video ebenfalls hingerichtet werden. Auch das bereits im Februar entführte christliche Schulmädchen Leah Sharibu soll getötet werden. Sie weigert sich, ihren Glauben zu verleugnen und zum Islam überzutreten. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea haben die15-Jährige als „Gefangene des Monats September“ benannt. Sie wurde am 19. Februar nach einem Überfall auf die Technische Mädchenschule in Dapchi (Bundesstaat Yobe) zusammen mit 109 Mädchen im Alter zwischen elf und 19 Jahren entführt. Einige wurden getötet und 101 Mädchen nach einem Monat freigelassen.

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Eltern kritisieren nigerianische Regierung

Der Leiter der Delegation des Internationalen Roten Kreuzes in Nigeria, Eloi Fillion (Abuja), sagte, man sei „am Boden zerstört“ wegen der Hinrichtung der Kollegin. Saifura habe sich aufgeopfert, um Notleidenden zu helfen. Er rief die Terroristen auf, die anderen Gefangenen freizulassen. Die Eltern des vom Tode bedrohten Schulmädchens Leah werfen der nigerianischen Regierung vor, nicht genügend für die Opfer des islamischen Terrors zu tun. Die Boko-Haram-Gruppe bezeichnet das jetzt veröffentlichte Video als eine „Blutbotschaft“, mit der man Druck auf die nigerianische Regierung ausüben wolle. Die Terrormiliz kämpft seit acht Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 20.000 Menschen wurden in dem Konflikt bisher getötet. Von den 177 Millionen Einwohnern Nigerias sind etwa 51 Prozent Muslime und 48 Prozent Kirchenmitglieder. Der Rest gehört meist Stammesreligionen an.

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