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NZZ-Vorwurf: Muslime sind Objekte der Missionierung
14. Mai 2019

Scheinheilige Gebete?

NZZ-Kommentar, SEA-Generalsekretär Jost: „Es geht um das Wohl und den Frieden des Gegenübers.“ Foto: zvg
NZZ-Kommentar, SEA-Generalsekretär Jost: „Es geht um das Wohl und den Frieden des Gegenübers.“ Foto: zvg

Zürich (idea) - Scheinheiligkeit unterstellt Journalist Simon Hehli der SEA-­Kampagne "30 Tage Gebet für die islamische Welt". In einem Kommentar in der NZZ vom 4. Mai schreibt er, die Liebe der freikirchlich-evangelikalen Christen gelte nicht den Muslimen als Muslimen, "sondern 1,5 Milliarden Menschen als potenziellen Objekten der Missionierung". Dies sei für ihn eine "herablassende Bet­aktion christlicher Eiferer", urteilt Hehli.

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Stellungnahme über soziale Medien

Via soziale Medien nahm SEA-Generalsekretär Marc Jost Stellung. Hehlis Kommentar sei eine Unterstellung. Sie gehe davon aus, dass "das Ringen um den guten und wahren Glauben per se nicht vereinbar sei mit einem friedlichen Zusammenleben". Dass Christen den Frieden und das Wohl einer Gesellschaft gerade in ihrem eigenen Glauben am besten widerspiegelt sehen, sei aber nicht übergriffig, sondern eine sinnvolle und berechtigte Überzeugung in einer pluralistischen Welt. Jost wörtlich: "Nächstenliebe sollte gerade nicht auf Kritik am Glauben oder den Überzeugungen des Gegenübers verzichten, wenn dies respektvoll geschieht. Sonst ist sie unehrlich und damit wäre sie in der Tat heuchlerisch."

Religionsfreiheit: Ein zentrales Menschenrecht

Wer - wie der NZZ-Kommentator - meine, Religionsfrieden liesse sich nur fördern, wenn die eigene Überzeugung aufgegeben und die Position des Gegenübers "akzeptiert" werde, der verkenne, dass die monotheistischen Religionen seit Jahrhunderten im Ringen um die Wahrheit stehen, entgegnet Jost weiter. Der Grund für Konflikte sei gerade dort gegeben, wo diesem Ringen kein Raum mehr geboten werde; sei es durch Konversionsverbote oder durch "postmoderne Redeverbote". Für SEA-Generalsekretär Marc Jost ist die Religionsfreiheit "ein immer zentraler werdendes Menschenrecht", das den religiösen Frieden fördert. Und diese Freiheit umfasse eben gerade das Äussern gegensätzlicher Positionen und sogar den Wechsel der persönlichen Glaubensüberzeugung.

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