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„Krieg gegen das Böse“
30. März 2017

Heilsarmee-Pastor spricht im SRF über Exorzismus

Beat Schulthess Foto: SRF
Beat Schulthess Foto: SRF

(idea/Livenet) - 1400 Menschen wollen jährlich in der katholischen Kirche sowie in Freikirchen Dämonen austreiben lassen, Tendenz steigend. Das berichtete die Rundschau des Schweizer Fernsehens SRF. In Italien bitten mittlerweile pro Jahr 500.000 Gläubige um Dämonenaustreibung und Papst Franziskus sagt: „Der Teufel ist kein Relikt aus der Vergangenheit.“ Mit ihm verhandle man nicht.

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Mit dem Teufel sei nicht zu spassen, sagt auch der katholische Exorzist Don Cesare Truqui. Bei einer Austreibung habe er den ganzen Hochmut dieses Wesens gespürt. Vorgestellt hatte er sich als „Satan, Fürst dieser Welt“.

„Krieg gegen das Böse“

Biblische Befreiungen nehmen ebenso in evangelischen Gemeinden zu, berichtet die Rundschau. Dazu besuchte sie die Heilsarmee in Uster. Der Bericht zeigt eine ehemalige Schamanin, Zoe Bee, die sagt, sie sei von einem Wahrsage-Geist geplagt worden. Dadurch hätten Albträume und Angstzustände zugenommen.

Heilsarmee-Offizier Beat Schulthess, der eine Schule für den Befreiungsdienst leitet, spricht von jährlich 2000 Hilfesuchenden, von denen man bei 900 sagen könne, dass sie dämonisiert seien. Er spricht von „einem Krieg gegen das Böse.“

„Da sein für Menschen in Not“

Im Live-Gespräch mit der Rundschau berichtete Beat Schulthess darüber, wie er in ein Haus gerufen wurde, in welchem die Menschen auf unerklärliche Weise von einer unsichtbaren Gestalt gewürgt worden seien. Nach einem längeren Gebet hätte seine Frau und er sich ins Bett gelegt, dieses habe zu zittern begonnen. Die Türe sei auf und zugegangen und das Licht an und aus.

Beat Schulthess spricht von einer klaren Berufung, diesen Dienst zu tun. „Es ist auch eine Liebe zu diesen Menschen.“ Den Dienst übe man zunächst mit jemandem aus, der Erfahrung hat. „Man merkt dann, wie viele Menschen in Not sind und ist da für sie.“

„Wir lieben die Leute“

Besessenheit, so Moderator Sandro Brotz, könne auch Ausdruck von einer psychischen Störung sein, „woher nehmen Sie sich das Recht heraus, zu entscheiden, welche Hilfe diese Menschen brauchen? Sie wären vielleicht besser bei Ärzten und Psychologen aufgehoben. Wir reden von seelisch leidenden Menschen.“ Beat Schulthess berichtet von einem Erstgespräch, in dem unter anderem ergründet wird, wo die Personen schon überall nach Hilfe gesucht hatten. „Bei welchen Therapeuten und Seelsorgern, psychiatrischen Kliniken und so weiter.“

Manchen werde auch empfohlen, bei einer anderen Stelle Hilfe zu suchen. „Wir arbeiten mit Ärzten und Psychiatern sehr gut zusammen.“ Von zehn werden zwei bis drei weitergeleitet, bilanziert Schulthess. Auch werde nie empfohlen, Medikamente abzusetzen. „Die Leute liegen einem enorm am Herzen, man liebt sie.“

Instrument der Unterdrückung?

„Sie machen den Leuten Hoffnung – kann das ein Instrument der Unterdrückung sein?“, hakt Sandro Brotz nach. Schulthess: „Wir versprechen niemandem, dass er geheilt wird. Wir sagen: ‚Wir wollen miteinander glauben, dass etwas geschehen kann.‘“ Ein Versprechen abzugeben sei nicht gut. „Ich mache das nicht. Wir ermutigen einfach, zu glauben.“ (Daniel Gerber/Livenet.ch)

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