Sonntag • 24. März
Pro und Kontra
06. März 2019

Sollten Christen auf Tätowierungen verzichten?

v.l.: Der Unternehmer und Evangelist Niels Petersen und der Pastor der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Wanderup, Gunnar Engel. Fotos: Privat
v.l.: Der Unternehmer und Evangelist Niels Petersen und der Pastor der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Wanderup, Gunnar Engel. Fotos: Privat

Wetzlar (idea) – Immer mehr Deutsche lassen sich tätowieren – auch Christen. Fromme Motive erfreuen sich großer Beliebtheit. Doch Tätowierungen galten früher als Markenzeichen der Halb- und Unterwelt. Sollten Christen also darauf lieber verzichten? Dazu positionieren sich zwei Theologen in einem Pro und Kontra für die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar).

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Pro: Gottes Wort gehört in die Herzen, nicht auf die Haut

Der Unternehmer und Evangelist Niels Petersen (Harrislee bei Flensburg) rät von Tätowierungen ab: „Wir Christen sollten Gottes Wort nicht auf unserer Haut, sondern in unseren Herzen tätowiert haben.“ Petersen ist selbst am ganzen Oberkörper tätowiert. Die Tattoos stammen nach seinen Angaben aus der Zeit, als er Gott noch nicht kannte. Christen, die vor der Frage stehen, sich ein Tattoo stechen zu lassen, sollten sich fragen, aus welchem Motiv sie dies tun wollen: „Geht es darum, cool zu sein oder fromm zu erscheinen, ist das bestimmt nicht das Richtige.“ Wer sich nicht sicher sei, ob eine Tätowierung zu Gottes Ehre gebraucht werden kann, sollte darauf verzichten. Außerdem kenne man die gesundheitlichen Folgen von Tattoos nicht. Nach dem Neuen Testament sei der Körper ein Tempel des Heiligen Geistes, mit dem man Gott verherrliche (1. Korinther 6,19+20): „Wir tun also gut daran, unseren Körper gesund zu halten.“

Kontra: Es gibt kein biblisches Verbot von Tätowierungen

Die Gegenmeinung vertritt der Pastor der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Wanderup (bei Flensburg), Gunnar Engel. Sein linker Arm ist mit Kreuzen, Bibelversen und „1517“, dem Ausgangsjahr der Reformation, tätowiert. Er werde oft darauf angesprochen, so Engel, und etwa gefragt, ob er jemals die Bibel gelesen habe, denn im Alten Testament würden Ritzungen in die Haut verboten. In 3. Mose 19,28 heißt es: „Ihr sollt um eines Toten willen an eurem Leibe keine Einschnitte machen noch euch Zeichen einritzen.“ Laut Engel kommt in der Bibelstelle das Wort „tätowieren“ nicht vor. Außerdem gehe es hier um eine Form von Totenkult. Dem Pastor zufolge gibt es kein biblisches Verbot von Tätowierungen – abgesehen von heidnisch-rituellen. Dennoch müsse man sich fragen: „Kann ein Tattoo ein Hindernis in meinem Dienst für Gott sein?“ Er selbst halte seine Arme bei ersten Begegnungen bedeckt: „Nicht um eine Sünde zu verdecken, sondern um schwächere Geschwister im Glauben zu schützen“ (1. Korinther 10, 23-31).

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