Freitag • 18. Januar
André Bégert
20. Dezember 2018

"Es ist entscheidend, wie wir über Gott denken!"

Autor Bégert:
Autor Bégert: "Dem Christentum wurde die Schönheit gestohlen! Foto: idea/rh

Kreuzlingen (idea/rh) - André Bégert, Mitglied der Geschäftsleitung im Verlag Fontis, hat ein Buch mit dem Titel "Glaube & Schönheit" herausgegeben. Seine These: Dem Christentum ist die Schönheit gestohlen worden! In einem Interview mit dem Wochenmagazin ideaSpektrum Bégert: "So, wie wir über Gott denken und über uns selbst denken, so ist auch unser Leben als Christ. Wenn wir ein hässliches Bild von Gott im Herzen tragen und wir diesem folgen, ist unser Glaube nichts Schönes."

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Schönheit ist kein biblischer Kernbegriff

Während Glaube, Liebe und Hoffnung Kernbegriffe in der Bibel sind, ist es "Schönheit" nicht. Damit konfrontiert meint, André Bégert, dass man aber in der Bibel dem Begriff der "Herrlichkeit" sehr häufig begegne: "In Gottes Herrlichkeit zu leben, bedeutet, dass sein Angesicht über uns leuchtet. Das ist wahre Schönheit." Er beobachte aber, dass manche Christen sich "die in der Bibel beschriebenen hässlichen Seiten des Lebens ganz besonders gut merken, möglichst noch Szenen aus dem Alten Testament". Dabei sei es Jesus Christus, der uns Gott zeige. Deshalb wolle er sich auf die Schönheit des Evangeliums konzentrieren.

Schönheitsindustrie baut auf Schein

Wahre Schönheit lasse sich nur mit dem Herzen sehen, meint der Buchautor. Es klinge paradox, aber "äusserlich hässliche Menschen können wunderschön sein". In der Gesellschaft gehe es "ums Glänzen, um Glamour". Der Ursprung des Wortes "Glamour" bedeute, "jemanden in eine falsche Richtung lenken", "verhexen", erklärte Bégert im idea-Interview und folgerte: "Sich im Schaufenster der sozialen Medien zur Schau stellen, hat mit Schönheit nichts zu tun. Die Schönheitsindustrie baut auf Schein auf. Auch wir Christen fallen darauf herein."

Es fehlt an Herzensbildung

"Könnte man Schönheit messen, dann wäre dies eine Angelegenheit des Herzens und nicht der Augen. Wir schliessen die Augen, wenn wir nachdenken, weinen, beten, geniessen - dann beginnt das Herz zu sprechen. Dort liegt die Quelle des Schönen", meint André Bégert und bemängelt, dass das Christentum kopflastig geworden sei. Uns fehle es nicht an Wissen und Theologie, sondern an Herzensbildung: "Gott lässt sich nicht über den Verstand begreifen, sondern über das Herz."

"Das Schönste ist das Kreuz"

Auf die Frage, was für ihn am christlichen Glauben besonders schön sei, anwortete Bégert: "Das Schönste ist das Kreuz. Es steht für den Tod und gleichzeitig für das Leben. In der Spannung zwischen Erde und Himmel hing Gottes Sohn am Kreuz. Er legte den Grundstein für die Schönheit des Christentums." Die Bibel lehre, dass die Quelle des Lebens in der Verborgenheit des Herzens entspringt. "Darauf müssen wir achten, wenn wir erfüllt leben wollen!", sagt André Bégert. "Ein Christ ist ein Mensch der Zukunft, er trägt das Zukünftige schon jetzt in sich und ist voller Hoffnung. Er kann Licht bringen, wo es dunkel ist."

Lesen Sie das ausführliche Interview mit André Bégert im Wochenmagazin ideaSpektrum 51/51-2018.

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