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Ruhestand
12. Oktober 2020

Pionier der evangelikalen Schulbewegung: Berthold Meier verabschiedet

Der Theologe Berthold Meier. Foto: Dekoartistda
Der Theologe Berthold Meier. Foto: Dekoartistda

Karlsruhe/Kassel (idea) – Einer der führenden Vertreter der evangelikalen Schulbewegung im deutschsprachigen Raum, der Theologe Berthold Meier (65/Karlsruhe), ist in den Ruhestand verabschiedet worden.

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Seit über drei Jahrzehnten engagierte er sich für Bekenntnisschulen in Deutschland und der Schweiz und hat sie maßgeblich geprägt. Von 2007 bis 2017 amtierte er als hauptamtlicher Generalsekretär des Verbandes Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) in Deutschland, anschließend kümmerte er sich um den Auf- und Ausbau der neu geschaffenen VEBS-Akademie.

Der VEBS-Vorsitzende Peter Dück (Detmold) würdigte Meier als einen Pionier der christlichen Bildungsarbeit, der sich in der Lehrerfortbildung und der Begleitung neuer Schulleiter verdient gemacht habe. In Seminaren für neue Lehrer an christlichen Schulen habe er das Thema „Biblische Durchdringung des gesamten Unterrichts“ betont.

Auch als Pastor und Schulleiter tätig

Meier studierte an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel. Anschließend arbeitete er in der Schweiz als Pastor und übernahm dort den Vorsitz der „Arbeitsgemeinschaft für Schulen auf biblischer Basis“.

Später wechselte er hauptberuflich in den Schuldienst. So war er Leiter der Aloys-Henhöfer-Schule in Karlsruhe. In Deutschland wirkte er an der Umwandlung der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Bekenntnisschulen zum VEBS mit.

Zum Abschied eine Festschrift

Auf der VEBS-Mitgliederversammlung in Kassel erhielt er als Abschiedsgeschenk eine 500-seitige, ihm gewidmete Festschrift, die bei der Christlichen Verlagsanstalt Dillenburg unter dem Titel „Bekenntnis Schulen – Evangelische Bekenntnisschulen in Bildungsverantwortung“ erschienen ist.

Meier erinnerte in seiner Rede an die schwierigen Gründungen der ersten Bekenntnisschulen nach 1968. Damals hätten Eltern um ihr Verfassungsgrundrecht ringen müssen. Die Hamburger Schulgründer hätten sogar vor dem Bundesverwaltungsgericht geklagt – und dort vollumfänglich recht bekommen. Die Bundesrichter hätten damals verfügt, dass bei Bekenntnisschulen „die Schule und der gesamte Unterricht vom Bekenntnis geprägt“ sein müssten.

Meier erinnerte daran, dass das Interesse von Eltern an christlicher Bildung groß sei und es immer neue Schulgründungen gebe – wie aktuell die Dietrich-Bonhoeffer-Schule Mannheim.

Derzeit sind 179 Bildungseinrichtungen an 106 Standorten mit 28.970 Schülern und 1.655 Kitakindern in der VEBS zusammengeschlossen. Auf dem Treffen wurde Meiers Nachfolger als Leiter der VEBS-Akademie, Christian Baldauf, in sein neues Amt eingeführt. Als VEBS-Generalsekretär amtiert Prof. Wolfgang Stock (Karlsruhe).