Sonntag • 24. März
„Verein für Deutsche Sprache“
07. März 2019

Petition gegen „Gender-Unfug“ gestartet

Hannover hatte Gendersprache in der Verwaltung eingeführt. Foto: picture-alliance/dpa
Hannover hatte Gendersprache in der Verwaltung eingeführt. Foto: picture-alliance/dpa

Dortmund (idea) – Eine Gruppe des „Vereins Deutsche Sprache“ (Dortmund) hat am 6. März eine Petition gegen die Gendersprache gestartet. Die Initiatoren sind die Schriftstellerin Monika Maron (Berlin), der Journalist und Autor Wolf Schneider (Starnberg), der Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache, Prof. Walter Krämer (Dortmund), sowie der frühere Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus (Ergolding). Sie wenden sich nach eigenen Angaben „aus Sorge um die zunehmenden, durch das Bestreben nach mehr Geschlechtergerechtigkeit motivierten zerstörerischen Eingriffe in die deutsche Sprache“ an die Öffentlichkeit. Konkret fordern sie die Stadt Hannover auf, die kürzlich eingeführte Gendersprache in der Verwaltung wieder abzuschaffen. Bislang haben rund 3.500 Personen die Petition unterschrieben, darunter der ehemalige „Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann, die Bestsellerautoren Peter Hahne und Bastian Sick, die Kabarettisten Dieter Nuhr und Dieter Hallervorden, der frühere Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Christoph Morgner, der Philosoph und evangelische Theologe Prof. Harald Seubert sowie die Schriftstellerinnen Judith Herrmann und Sibylle Lewitscharoff.

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„Luftpiratinnen“ im Duden

Vier Argumente nennen die Verfasser der Petition. Erstens gebe es keinen festen Zusammenhang zwischen dem natürlichen und grammatischen Geschlecht. Zweitens entstünden „lächerliche Sprachgebilde“ wie „die Radfahrenden“ und „die Fahrzeugführenden“: „Der Große Duden treibt die Gendergerechtigkeit inzwischen so weit, dass er Luftpiratinnen als eigenes Stichwort verzeichnet und Idiotinnen auch.“ Dazu käme in jüngster Zeit „als weitere Verrenkung noch der seltsame GenderStern“. Drittens sei die neue Sprachform nicht durchzuhalten, sonst müsste es etwa „Bürgerinnen- und Bürgermeister“, „Einwohnerinnen- und Einwohnermeldeamt“ oder „Christinnentum“ heißen. Viertens trügen „solche Verzerrungen der Sprache nicht einmal dazu bei, den Frauen zu mehr Rechten zu verhelfen“. Angela Merkel (CDU) sei mehrfach gewählt worden, obwohl im Grundgesetz nur vom „Bundeskanzler“ die Rede sei.

Gender-Ideologie als Staatsdoktrin

Zur Begründung schreiben die Initiatoren weiter, dass „die Vorstöße der Gender-Lobby immer dreister“ würden. Nach Hannover wolle auch Dortmund seine Verwaltungssprache anpassen. „Die Gender-Ideologie ist auf dem Vormarsch zur Staatsdoktrin.“ Lehrpläne von Schulen und Universitäten würden „gendergerecht“, und Verlage passten Neuauflagen von literarischen Klassikern an die Gendersprache an. „Öffentlich finanzierte Leitfäden beten uns vor, wie wir schreiben, sprechen und denken sollen.“ Die deutsche Sprache benachteilige niemanden. „Die Endungen in Gruppen- und Sammelbezeichnungen wie ‚Bürger’, ‚Verbraucher’, ‚Radfahrer’, ‚Organisator’ usw. sind mitnichten männlich.“ Sie meinten alle Mitglieder der genannten Gruppe. „Diese Endungen durch Binnen-I, Genderstern, Unterstrich, Verlaufsformen und permanente Wiederholung von Geschlechtszuweisungen respektive sexuellen Orientierungen zu ersetzen, macht unsere Sprache grotesk.“

Die Petition gegen den „Gender-Unfug" wurde vom „Verein Deutsche Sprache“ gestartet.

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