Mittwoch • 14. November
ZHAW-Studie
08. November 2018

Männliche Jugendliche sind extremer

Jugendliche suchen Orientierung und können dabei in Extremismus-Fallen tappen. Symbolfoto: pixabay.com
Jugendliche suchen Orientierung und können dabei in Extremismus-Fallen tappen. Symbolfoto: pixabay.com

(idea) – Männliche Jugendliche in der Schweiz sind in ihren Weltanschauungen extremer als weibliche. Und sie sind gewaltbereiter. Dies gilt für rechts, links oder islamisch orientierte Jugendliche. Insgesamt berichteten 4,4 Prozent der befragten Jugendlichen vom Begehen mindestens einer linksextremen Gewalttat in den vorangehenden 12 Monaten. Eine im November 2018 veröffentlichte ZHAW-Studie zu politischen Extremismen unter Jugendlichen in der Schweiz unterscheidet zwischen Rechts-, Links- und islamischer Extremismus. In allen Ausrichtungen ist auffällig, dass der Konsum von (Internet-)Medien mit extremistischem Inhalt unter Jugendlichen sehr hoch ist. Lange nicht alle Jugendlichen vollziehen den Schritt vom extremistischen Denken zur extremistischen Tat.

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Was jugendliche Muslime äussern

42,6 Prozent aller befragten jugendlichen Muslime finden, dass es in westlichen Ländern keine Moral mehr gebe. Die Lebensweise der Menschen in der westlichen Welt ist für fast jeden dritten Jugendlichen abstossend. Etwas unter zehn Prozent befürworten den bewaffneten Kampf von Muslimen. Mehr als doppelt so viele befürworten aber die Einführung der Sharia.
Interessant für das gegenseitige Verständnis in Gesprächen ist auch noch die folgende Feststellung der Studie: 60 Prozent erklären die Gewalt in der islamischen Welt durch Ausbeutung und Unterdrückung dieser Länder durch die westliche Welt.
Die ZHAW wertete über 8'000 Antwortbögen von Schülerinnen und Schüler aus zehn Kantonen aus. Ziel der Befragung in Schulklassen war es, die Einstellung zu politischem Extremismus zu erfahren. Mit politischem Extremismus meinte die ZHAW „Einstellungsmuster und Verhaltensweisen, die durch eine Ablehnung des demokratischen Verfassungsstaates, seiner Grundwerte und Verfahrensregeln gekennzeichnet sind und die anstreben, diesen – unter Anwendung von Gewalt – zu überwinden.“

Herausforderung auch für Christen

Als erste Reaktion auf diese Studie beobachtet Michi Dufner, Leiter NEXT GENERATION FEG Schweiz, ganz allgemein bei Jugendlichen die starke Suche nach Orientierung. Dass unsere Gesellschaft jedoch Jugendliche in ihrer Suche sich selbst überlässt und ihnen eigentlich benötigte Leitplanen nicht gibt, kann aus seiner Sicht Jugendliche zu Extremismen verleiten. Auf Anfrage von idea hin beschreibt er die höhere Gewaltbereitschaft von männlichen Jugendlichen als Zeichen, dass dies ihr Ausdruck davon ist, dass sie sich beweisen und als Person wahrgenommen werden wollen.

Hier finden Sie den Volltext der ZHAW-Studie.

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