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Evangelische Ärzte betonen ärztlichen Beistand
30. Oktober 2018

FMH übernimmt die SAMW-Richtlinien nicht

(idea/dg) - Für die Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Ärztinnen und Ärzte (AGEAS) verlangt ein Suizidwunsch „in erster Linie nach menschlichem/ärztlichem Beistand, nach einer tragfähigen Beziehung und Hilfe zum hoffnungsvollen Weiterleben“. Mit einer Stellungnahme griff der Verband mit rund 330 Mitgliedern kürzlich in der Schweizerischen Ärztezeitung ein in die Diskussion um die neuen Richtlinien der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW zum „Umgang mit Sterben und Tod“. Die Stimme der AGEAS und anderer lebensbejahender Ärzteverbände wurde gehört. Die Ärztekammer der FMH entschied am 25. Oktober mit klarem Mehr, diese Richtlinien nicht in die Standesordnung der FMH zu übernehmen.

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Keine „kostengünstige Massnahme“

Entfacht hatte sich die Diskussion um die SAMW-Forderung, Sterbehilfe neu auch beim subjektiven Vorliegen eines „unerträglichen Leidens“ und auch für Kinder und Jugendliche zuzulassen. Die AGEAS warnte unter anderem vor der Gefahr, dass „standesethisch legitimierte Suizidhilfe in Zukunft von Kostenträgern und Politikern implizit als kostengünstige Massnahme in sogenannt ausweglosen Situationen gefördert“ würde.

Die Sterbehilfe sei in der Schweiz nur durch das Strafgesetz geregelt und nicht wie beispielsweise in den Benelux-Ländern mit einer Sterbehilfe-Gesetzgebung, schreibt die FMH im Anschluss an ihren Entscheid. Deshalb komme der Standesordnung für diesen Bereich eine besondere Bedeutung zu. Die SAMW-Richtlinien von 2012 „Betreuung von Patientinnen und Patienten am Lebens­ende“ bleiben jetzt in der FMH-Standesordnung, auch wenn sie von der SAMW zurückgezogen wurden. Die SAMW selber will sich gemäss eigener Stellungnahme nach dem FMH-Entscheid an einem „konstruktiven Dialog“ beteiligen.

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