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Zum 125 Jahr-Jubiläum der Schweizerischen Gesellschaft für Armeeseelsorge
24. September 2019

Die eingebürgerte Armeeseelsorgerin

Armeeseelsorgerin Sabine Herold. Bild: Nique Nager
Armeeseelsorgerin Sabine Herold. Bild: Nique Nager

Wohlen (idea/dg) - Die Armeeseelsorgerin Sabine Herold (46) zog 1995 von Deutschland in die Schweiz und liess sich 2013 einbürgern. Im Sommer 2016 folgte freiwillig eine verkürzte Rekrutenschule und anschliessend der technische Lehrgang zur Armeeseelsorge. Eingeteilt ist sie beim Lehrverband Infanterie in Birmensdorf ZH und Aarau. Hauptberuflich ist sie reformierte Pfarrerin in Wohlen AG. Sie ist verheiratet und Mutter dreier Söhne. idea stellte ihr Fragen anlässlich des 125 Jahr-Jubiläums der Schweizerischen Gesellschaft für Armeeseelsorge.

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Eine Hochdeutsch sprechende Frau in der Armeeseelsorge der Schweizer Armee – wie fühlen Sie sich in dieser Aufgabe, Sabine Herold?
In dieser Aufgabe fühle ich mich sehr wohl. Ich habe selten den Eindruck, dass meine Sprache zum Problem oder Distanzhalter wird. Jede und jeder kann und soll in der eigenen Herzenssprache sprechen. Als Armeeseelsorgerin (Asg) bin ich gerne für die Angehörigen der Armee (AdA) da, höre ihnen zu und berate bzw. begleite sie in ihren Anliegen.

Welchen Tipp geben Sie einer Pfarrperson, die sich überlegt in die Armeeseelsorge einzusteigen?
Es macht sicherlich Sinn, vorher mit schon erfahrenen Asg zu sprechen. Wer schon Armeedienst in der Schweiz geleistet hat und gerne mit Menschen unterwegs ist, die Kriterien der Armeeseelsorge erfüllt, wird vermutlich ohne Probleme in diese Aufgabe hineinwachsen.

Was bewog Sie selber, diesen Schritt zu wagen?
Die Tatsache, dass die Schweiz eine Armee hat, die unter anderem für die Sicherheit und Verteidigung, aber auch für die Friedensförderung da ist, ist für mich beruhigend. Zudem finde ich es toll, dass noch immer junge Leute Militärdienst leisten, auch wenn sie genügend Möglichkeiten hätten, diesen Dienst zu umgehen oder anders zu erbringen. Dass ich in der Schweiz leben darf, macht mich dankbar, und so wollte ich nach meiner Einbürgerung etwas zurückgeben – dies in Form des freiwilligen Dienstes als Armeeseelsorgerin. Zudem mangelt es an Asg, so dass immer wieder Aufrufe gemacht wurden. Schliesslich meldete ich mein Interesse an, hatte einige Gespräche und sprang dann „ins kalte Wasser“ beziehungsweise in die Uniform, was ich bis jetzt nicht bereue.

Hätten Sie für sich auch ein Armee-Engagement mit Waffe vorstellen können?
Als Asg werden wir an der Waffe ausgebildet – dies für den Ernstfall zur Selbstverteidigung oder zum Schutz eines Menschen, den wir begleiten. Ich habe damit keine Mühe, sondern bin da ganz realistisch. Problematisch ist der falsche oder missbräuchliche Umgang mit einer Waffe.

Das vollständige Interview, was sie zu Zwingli im Krieg denkt und wie Pfarrpersonen Jugendliche auf die Militärdienstzeit hin begleiten können, lesen Sie im ideaSpektrum 39.2019.

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