Sonntag • 24. März
Kongress Christlicher Führungskräfte
02. März 2019

Als Christen „Lichter in der Arbeitswelt“ sein

Der Inhaber der Bäckerei Plentz, Karl-Dietmar Plentz, ermutigte dazu, Lichter im Alltag zu sein. Foto: idea/m.pletz
Der Inhaber der Bäckerei Plentz, Karl-Dietmar Plentz, ermutigte dazu, Lichter im Alltag zu sein. Foto: idea/m.pletz

Karlsruhe (idea) – Mit einem Aufruf, „nicht nur Sonntagschristen zu sein“, sondern den Glauben im Alltag zu bekennen, ist am 2. März der 11. Kongress Christlicher Führungskräfte in Karlsruhe zu Ende gegangen. Der Inhaber der Bäckerei Plentz, Karl-Dietmar Plentz (Oberkrämer/Landkreis Oberhavel) ermutigte die Teilnehmer, ihren Glauben im Unternehmen sichtbar zu machen. Konkrete Möglichkeiten, „Lichter Gottes in der Arbeitswelt zu sein“, gebe es viele: Man könne etwa in Geschäftsräumen ein Kreuz aufhängen, auf Firmenfeiern ein Tischgebet sprechen oder Kunden christliche Lektüre schenken. „Es geht einfach darum zu zeigen, dass wir Christen sind.“ Vom 28. Februar bis 2. März befassten sich 3.250 Teilnehmer und rund 250 Aussteller unter anderem mit Themen wie „Führung 4.0 – Erfolgreich leiten im Zeitalter der Digitalisierung“, „Science Fiction ist Gegenwart – Keine Angst vor künstlicher Intelligenz“ und „Business as Mission – Reich Gottes in der Wirtschaft bauen“.

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Christliche Führungskräfte werden mehr denn je gebraucht

Der Kongressvorsitzende Martin Scheuermann (Schwäbisch Gmünd) sagte, die Tagung sei „größer, jünger, interaktiver und moderner geworden“. Nach seinen Angaben war die Teilnehmerzahl höher als in den Vorjahren. Besonders erfreulich sei, dass sich über 500 Berufsanfänger und Jungunternehmer beteiligt hätten. „Christliche Führungskräfte werden mehr denn je gebraucht um die sich rasant verändernde Welt zu gestalten“, so Scheuermann. Die Besucher hätten das Treffen intensiv zur Vernetzung mit anderen christlichen Führungskräften genutzt. In den Vorträgen und Seminaren sei klargeworden, dass „wir nicht mit den Mustern der Vergangenheit die Herausforderungen der Zukunft lösen können“, so Scheuermann. „Das, was auf uns zukommt muss uns nicht erschrecken. Wir können als Christen durch die Kraft unseres Herrn Jesus Christus mutig und fröhlich die Zukunft gestalten.“

Das christliche Menschenbild in Algorithmen verankern

Als einer von rund 100 Rednern sagte der stellvertretende bild.de-Chefredakteur Daniel Böcking (Berlin), dass Familienfreundlichkeit in Zeiten des Fachkräftemangels ein großer Wettbewerbsvorteil sein kann. Junge Eltern seien zudem „flexibel und belastbar“. Der katholische Theologe, Arzt und Bestsellerautor Manfred Lütz (Köln) forderte, dass Christen wieder lernen müssten, verständlich über Gott zu reden. Der stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer (AEU) in Deutschland, Friedhelm Wachs (Leipzig) vertrat die Ansicht, dass im Bereich der künstlichen Intelligenz inzwischen „mehr Menschen mit asiatischem, buddhistischem und konfuzianischem Hintergrund als Menschen mit christlicher Prägung“ arbeiteten. Gerade deshalb sei es wichtig, die Digitalisierung aktiv zu gestalten und „das christliche Menschenbild in den Algorithmen“ zu verankern.

Bischof mahnt zu „enkeltauglichem Handeln“

Der frühere Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder (Tuttlingen), sprach sich gegen das gemeinsame Gebet von Christen und Muslimen aus. „Wir reden zu einem Vatergott und nicht zu einem unbekannten Wesen“, so Kauder. Ihn beschäftige, dass von Jahr zu Jahr immer weniger Christen in die Kirche gingen. Er sei dankbar für jeden, der täglich versuche, nach den Worten Jesu sein Unternehmen zu führen. Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh (Karlsruhe) rief die Führungskräfte zu ethischem und nachhaltigem Wirtschaften auf: „Der Geist Christi drängt zu ‚enkeltauglichem’ Handeln.“

Größter Kongress zum Thema Wirtschaft und Werte

Der Kongress, der seit 1999 alle zwei Jahre stattfindet, soll Führungskräfte aus Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft ermutigen, in der Arbeitswelt nach christlichen Werten zu leben. Er hat sich in den vergangenen Jahren zum größten Wertekongress im deutschsprachigen Europa entwickelt. Veranstalter des Kongresses war die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) mit Unterstützung von zahlreichen christlichen Verbänden, die sich in der evangelischen und der katholischen Kirche mit dem Thema Wirtschaft befassen.

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