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Ausnahmezustand für Davoser Kirchen
14. Januar 2020

Was Kirchen beim WEF bewegen

Christen erheben ihre Stimme beim WEF. Foto: Unsplash (Evangeline Shaw)
Christen erheben ihre Stimme beim WEF. Foto: Unsplash (Evangeline Shaw)

Davos (idea/dg) - Die Verfolgung christlicher Minderheiten wird während dem World Economic Forum WEF vom 21. bis 24. Januar in Davos einer der Schwerpunkte der christlichen Aktionen sein. Neue Aktionen zu planen und Bewilligungen zu erhalten, wird administrativ immer schwieriger.

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Die Weltweite Evangelische Allianz WEA wird in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Religionsfreiheit der SEA am Freitagmorgen in der FEG Davos an die Öffentlichkeit treten. Sprechen werden je ein hochkarätiger Redner aus Burkina ­Faso und Nigeria sowie Illia Djadi von Open Doors International. Die evangelistische Organisation Fingerprint unter der Leitung von Stephan Maag plant in Zusammenarbeit mit dem Davoser Zentrum von Jugend mit einer Mission DTS Aktionen zum Thema Christenverfolgung. Sie werden ausserdem wieder auf der Strasse WEF-Besuchern und Passanten Gebet und Gespräche über den Glauben anbieten.

Gottesdienste und Stille

Fingerprint und DTS werden am Mittwochabend der WEF-Woche mit der Heilsarmee auch einen offenen Worship-Gottes­dienst organisieren. Ruhiger geht es in der evangelischen St. Johann Kirche zu. Seit 22 Jahren bietet da die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Landschaft Davos AKiD von Dienstag bis Donnerstag jeweils ab 18 Uhr "Schweigen & Beten für Gerechtigkeit & Frieden" an. Umrahmt wird die Woche am Montagabend mit einer liturgischen Feier und einem Apéro aus "überflüssigem" Essen und am Freitagabend mit einem Taizé-Gebet.

In der gleichen Kirche bietet die Kontinent Sieben Stiftung aus Hannover vom Montag bis Donnerstag von 12 bis 17 Uhr eine Zeit für Stille, Gebet, Fürbitte und Segen an. Die deutsche ehemalige First Lady Bettina Wulff leitet diese Zeiten zusammen mit dem deutschen Pfarrer Heiko Masemann und dem Davoser Pfarrer Martin Grüsser. Ausklingen lassen sie die Woche mit einem Gebetsfrühstück am Freitag. Bei diesen Stillezeiten wird auch das extra fürs WEF ins Englische übersetzte Magazin "go" der Internationalen Vereinigung Christlicher Geschäftsleute IVCG zur Verfügung stehen. IVCG legt das Magazin auch in rund 50 Hotels in Davos und Klosters aus. Es lädt unter dem Titel "Die ewigen Fragen" ein zu einer Spurensuche zur Frage "Warum sind wir überhaupt da?" Beten lässt sich überall. So lädt Pray4WEF.ch zum 24-Stunden-Gebet für die am WEF Teilnehmenden ein.

Ausnahmezustand auch für Kirchen

Das öffentliche Leben in Davos steht nebst dem WEF praktisch still. Das betrifft gezwungenermassen auch die Kirchen. Deshalb stellt zum Beispiel die reformierte Kirche in dieser Zeit ihr Kirchgemeindehaus der Kantonspolizei zur Verfügung. Anfragen für die Benutzung der Kirchen werden jedoch sehr selektiv behandelt. Der Bezug zur Kirche muss passen. Die Pfingstgemeinde wiederum kann gar nichts zur Benutzung ihrer Räume sagen. Als Mieterin muss sie selber nämlich jeweils drei Wochen ganz ausziehen. EMK und Heilsarmee haben ihr Räume nicht vermietet. Speziell der EMK-Pastor Stephan Pfister ist massgeblich an der Lancierung eines "Reste-Verwerte-Restaurants" beteiligt. 

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