Sonntag • 19. Mai
Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen
13. Mai 2019

Reformierte aus aller Welt in Zürich

Die Reformierte Weltgemeinschaft feiert im Zürcher Grossmünster einen Gottesdienst. Foto: Gion Pfander
Die Reformierte Weltgemeinschaft feiert im Zürcher Grossmünster einen Gottesdienst. Foto: Gion Pfander

Zürich (zhref.ch/idea/dg) – Am Sonntag feierte die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK) im Zürcher Grossmünster einen internationalen Gottesdienst. In ihrer Predigt wies WGRK-Präsidentin Najla Kassab auf die Aktualität der reformatorischen Anliegen hin. „Wäre Zwingli heute hier, er würde uns als Erster zu neuen Liedern herausfordern“, sagte sie.

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„Zwingli würde uns zu neuen Liedern herausfordern“

WGRK-Präsidentin Najla Kassab hob im Zürcher Grossmünster die aktuelle Bedeutung des reformatorischen Erbes hervor. Es sei ein besonderer Zeitpunkt, sich über die Vergangenheit zu freuen „und gleichzeitig die Reise fortzusetzen und zu lernen, ein neues Lied zu singen“, sagte die Pfarrerin der Nationalen Evangelischen Synode von Syrien und Libanon. Je mehr sie nämlich über Zwingli nachdenke, umso dankbarer sei sie, dass er nicht vor Ort sei. Denn „Zwingli hätte uns herausgefordert, unsere Lieder auf den Strassen zu singen, in Parlamenten, an schwierigen Orten, in Kriegszonen und an Orten, wo wir uns nicht hintrauen“, so Kassab in ihrer Predigt zum Leitgedanken „Sing to the Lord, all the earth!“.

Im gut besuchten Gottesdienst vom Sonntagmorgen plädierte die WGRK-Präsidentin dafür, im Geist der Reformation mutig Aufbrüche zu wagen, neue Lieder der Hoffnung in die Welt zu tragen und eine neue Gemeinschaft aufzubauen. Ein neues Lied zu singen heisse etwa, in die Kämpfe der Welt hineinzusprechen und Lieder des Muts, der Wahrheit und des Friedens zu singen. Im Anschluss an den Gottesdienst konnten die Gäste die von der Schweizerischen und der Deutschen Post in diesen Tagen herausgegebene Zwingli-Briefmarke erwerben.

Reformierte und Mennoniten verknüpft

Die WGRK hatte das Reformationsjubiläum zum Anlass genommen, sich vertiefter mit ihren reformierten Wurzeln auseinanderzusetzen. Daher hatte sie die Einladung der Zürcher Landeskirche und des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes angenommen, ihre jährliche Sitzung in der Schweiz abzuhalten, genauer im Kloster Kappel. Der Kontext der Reformationsfeierlichkeiten bot einen einmaligen Anlass für Gespräche zwischen der WGRK und den Schweizer Kirchen. Laut dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund SEK befasst sich der Exekutivausschuss der reformierten Weltgemeinschaft in seinen internen Verhandlungen schwerpunktmässig mit seinem Verhältnis zum Weltbund der Mennoniten. Die Anfänge der Mennoniten gehen auf die Zürcher Täuferbewegung zurück. Ihre auch leidvolle Geschichte sei eng mit jener der Reformierten verknüpft. Heute strebe man nach Versöhnung und einem gemeinsamen Glaubensbekenntnis.

An der Tagung vom Samstag, 11. Mai, debattierten WGRK-Mitglieder, Vertreter der mennonitischen Weltkonferenz sowie der Schweizer Landeskirchen in Horgen über „Kirche, Staat und Politik“.

Die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen mit Sitz in Hannover ist ein internationaler Zusammenschluss von 230 evangelisch-reformierten Kirchen mit zusammen mehr als 80 Millionen Mitgliedern.

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