Mittwoch • 15. Juli
Peter Schneeberger im idea-Interview
30. Juni 2020

"Die Sehnsucht nach Erweckung ist gewachsen"

Unter der Letiung von Peter Schneeberger trafen sich die Vertreter der verschiedenen Freikirchen zum regelmässigen Austausch mit Videokonferenzen. Foto: Printscreen Zoom
Unter der Letiung von Peter Schneeberger trafen sich die Vertreter der verschiedenen Freikirchen zum regelmässigen Austausch mit Videokonferenzen. Foto: Printscreen Zoom

Bern (idea/fi) - Peter Schneeberger (51), Präsident des Verbandes Freikirchen Schweiz, durchlebt die Corona-Pandemie besonders intensiv. 20 freikirchliche Verbände sind dem Dachverband angegliedert. Sie vertreten 750 örtliche Kirchen. Dort sind die sonntäglichen Gottesdienste oft die Höhepunkte der Woche. Dass diese Versammlungen während Wochen verboten oder nur unter strengen Sicherheitsmassnahmen erlaubt waren, führte zu Spannungen. Im Interview mit dem Wochenmagazin ideaSpektrum 27/20 sagte Peter Schneeberger: "Die Massnahme, über Monate Gottesdienste ohne Gemeindegesang zu feiern und nur mit einer kleinen Anzahl Teilnehmer, war sehr einschränkend und gab viele Diskussionen."

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"Wie Mose beim Schreiben des Leviticus"

Das Schutzkonzept des Freikirchenverbandes sei gemeinsam mit vielen Leitern entwickelt und immer wieder auf seine Umsetzbarkeit überprüft worden, erklärte Schneeberger. Es schütze vor Ansteckungen und verhindere die Weiterverbreitung des Virus. Beim Ausarbeiten des Regelwerks sei er sich manchmal vorgekommen "wie Mose bei der Niederschrift des Leviticus mit all seinen Schutzvorschriften für den Gottesdienst in der Stiftshütte".

Gemeinsame Sicht für das Land

Die Kontakte mit den Verbandsleitern hätten zu einem interessanten Phänomen geführt, erzählt der Freikirchenpräsident im idea-Interview: "Wir wurden gemeinsam an ein Feuer gesetzt. An diesem Feuer ist eine gemeinsame Sicht und Liebe füreinander und für unser Land gewachsen. Neben all dem Leid, das ich in diesen Wochen mit vielen Menschen geteilt habe, ist dieses Lagerfeuer der Freikirchen ein sehr ermutigendes Zeichen." Auch in Sachen Kontakt zu den Bundesbehörden sei Erstaunliches passiert, sagt Peter Schneeberger. Die Freikirchen hätten ihre Fragen, Bedenken und Anliegen direkt mit der BAG-Direktion klären können. Er sei Gott dankbar für die Regierung und die "weise Führung" des BAG. Für die Regierung zu beten sei in diesem Zusammenhang "eher unser Auftrag, als die Oberkritiker zu sein".

Lernen, mit dem Virus zu leben

Wir müssten lernen, mit dem Corona-Virus zu leben, so Schneeberger. Das neue Begrüssungsritual in Freikirchen bestehe nun in einem freundlichen Lächeln. Bei ihm persönlich wie auch bei weiteren Leiterinnen und Leitern sei "die Sehnsucht nach Erweckung" gewachsen. "Wir beten um ein starkes Eingreifen Gottes in unseren Herzen und in den Herzen der Menschen, die Jesus Christus noch nicht persönlich kennen", sagt der Präsident des Schweizer Freikirchenverbands.