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Das Wesentliche des Glaubens
02. Oktober 2018

Der Masterplan


Nach 40-jähriger Dozententätigkeit zieht sich Dieter Kemmler zurück. Er sagt:
Nach 40-jähriger Dozententätigkeit zieht sich Dieter Kemmler zurück. Er sagt: "Mein Leben soll in Gott verwurzelt sein, nicht in mir selbst." Foto: zvg

Aarau (idea) - Der Masterplan meines Lebens nimmt Mass am Meister Jesus Christus. Mit ihm stehe ich im Zentrum des Universums. Dazu formuliere ich hier sieben Erkenntnisse sieben Erkenntnisse und drei Bitten entlang des "Unser Vater". Das "Unser Vater" führt uns zum Lebensprogramm des Meisters. Es handelt sich um ein göttliches Sanierungsprogramm, mit dem Ziel, den Menschen in die Ebenbildlichkeit Gottes zurückzuführen (1. Mose 1,26 f.). Ja, mein Leben soll im trinitarischen Gott verwurzelt sein, nicht in mir selbst. Aus dieser Quelle will ich handeln. Täglich darf ich das Lebenswasser trinken, das Gott umsonst gibt.

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Entdeckungen

1. Die Berg-Predigt, oder Berg-Lehre, (Matth. 5-7) ist der Weg Gottes zur Wiederherstellung des Menschen in sein Ebenbild. Genau in der Mitte dieses Lebensprogramms von Jesus Christus steht das Gebet zum himmlischen Vater (Matth. 6,9-15), das "Unser Vater". Darin drückt Jesus aus, dass wir um das in der Berg-Lehre Verlangte und Verheissene bitten dürfen.

2. Oft steht in der Mitte meines Lebensprogramms mein Ich. Das deckt sich leider mit der neuesten und doch so alten Erkenntnis der Neuropsychologie. Karl Kriechbaum, Co-Autor des 2012 erschienen Klassikers "Der korrupte Mensch - ein psychologisch-kriminalistischer Blick in die menschlichen Abgründe", sagte in einem Interview: "Der Mensch ist von Natur aus korrupt: Es ist seit je ein Überlebens-, Fortpflanzungs- und Selektionsmechanismus, die eigene Macht zur Erzielung persönlicher Vorteile und zum Schaden anderer zu missbrauchen. Korruption steckt in unseren Genen, in unseren psychoneuronalen Steuerprogrammen." Von da kommen alle meine kleinen und grossen Schwierigkeiten. Mein Ich ist mein grösster Feind. Ich bin mir selbst der Mittelpunkt und das bekommt mir nicht. Noch immer leide ich an der Krankheit namens "Ich-Sucht", und zwar in dreifacher Weise.

Ehrsucht: Für das, was ich bin, tue und habe, will ich geehrt, geliebt, anerkannt werden. Ich will, dass meine Argumente und Gedanken verstanden werden, dass man mir gerecht wird, dass ich bekomme, was mir gebührt. Erhalte ich diese Anerkennung nicht, bin ich beleidigt, eifersüchtig, reizbar, ungeniessbar.

Herrschsucht: Meine Macht, meine "Herrschaft" soll akzeptiert werden; ich will Macht ausüben. Geschieht dies nicht, vergelte ich "Auge um Auge, Zahn um Zahn". Ich zahle heim; wie du mir, so ich dir. Ich bin rachsüchtig. 
Eigenwilligkeits-Sucht: Mein Wille ist mir heilig. Es ist mir wichtig, dass getan wird, was ich will. Geschieht dies nicht, werde ich unwillig. Ich streike und verweigere mich. Ich kann mich nicht unterordnen. Ich kooperiere, wenn überhaupt, nur zögerlich. In Krisen meldet sich dieses "alte Ich" besonders laut. Darum bin ich auch für Herausforderungen dankbar. Mir wird ein Spiegel vorgehalten und ich werde gefragt: "Wer bist du wirklich?" Und ich merke: Ich bin teilweise immer noch von mir eingenommen, das heisst gefangen, besetzt. Ich bin, der ich bin und was ich bin, - aus mir selbst. Ich habe meine Identität in mir. Hier liegt der Grund meiner Probleme.

3. Mache ich aber das Lebensprogramm von Jesus mit dem "Unser Vater" im Zentrum zu meinem Masterplan, dann muss mein Ich allmählich aus dem Zentrum weichen - und damit weichen auch die Schwierigkeiten. Dann macht er das Dunkel meiner Seele hell. Er erhört mein Gebet über Bitten und Verstehen. Dann beginnt die Quelle des Lebens und der Freude in mir zu sprudeln! Dann schenkt er meiner aufgescheuchten Seele das Heil, für das er mich geschaffen hat.

Lesen Sie die vier weiteren Erkenntnisse und die drei Bitten im ausführlichen Beitrag von Dr. Dieter Kemmler im Wochenmagazin ideaSpektrum 40-18.

 

 

 

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