Mittwoch • 24. Juli
Insgesamt 31 Täuflinge
08. Juli 2019

13 Iraner und eine ehemalige IS-Sympathisantin getauft

Eine der Iranerinnen habe gesagt: „Es ist mein schönster Tag heute.“ Foto: Michael Dockter
Eine der Iranerinnen habe gesagt: „Es ist mein schönster Tag heute.“ Foto: Michael Dockter

Wolfsburg (idea) – 31 Personen haben sich am 7. Juli in der Immanuelgemeinde Wolfsburg, einer baptistischen Freikirche, taufen lassen. Unter den Täuflingen waren nach Angaben von Pastor Johann Dockter 13 iranische Flüchtlinge sowie eine ehemalige Sympathisantin der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS). „Wir sind tief bewegt, was Gott unter den Iranern und vielen anderen Menschen tut, und dass sie nun ein Teil von uns sind, ist einfach großartig“, sagte Dockter der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Die Iraner seien zwischen 23 und 45 Jahre alt und alle weniger als ein Jahr in Deutschland, teilte der Leiter der Flüchtlingsarbeit der Gemeinde, Vitali Pritzkau, idea mit. Eine der Iranerinnen habe gesagt: „Es ist mein schönster Tag heute.“ Die 23-Jährige ist nach Schilderung Pritzkaus hochschwanger nach Deutschland gekommen und hat heute ein vier Monate altes Kind. „Ihr Mann durfte nicht einreisen und befindet sich immer noch in Griechenland, getrennt von ihr.“ Dass eine deutsche Christin ihr während der schweren Zeit bei der Entbindung im Flüchtlingsheim geholfen hat, habe sie tief bewegt. „Sie möchte sich nun ganz bewusst öffentlich für Jesus entscheiden und diese Nächstenliebe leben.“

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Vom „Islamischen Staat“ zu Jesus

Die ehemalige Sympathisantin des IS sagte idea, dass sie als junge Frau lange nach dem Sinn des Lebens sowie nach Liebe und Anerkennung gesucht habe. „Der IS hat sich als eine Art Auffangbecken präsentiert“, so die türkischstämmige Deutsche. Sie habe jedoch nach wenigen Monaten Zweifel bekommen. „Als es darum ging, anderen Menschen wehzutun, habe ich mir gesagt: Das kann nicht richtig sein.“ Außerdem sei sie sich nie sicher gewesen, in den Himmel zu kommen. Über eine langjährige Freundin, die schon als Kind für sie gebetet hatte, sei sie 2010 in Kontakt mit dem christlichen Glauben gekommen. „Sie hat mir gesagt: Kopf hoch, Jesus wird dir vergeben, du musst nur darum bitten.“ Als Johann Dockter in einem Jugendgottesdienst die Botschaft der Vergebung bekräftigte, habe sie gesagt: „Alles klar, ich gebe mein Leben Jesus.“

Dankbares Gedenken an Ermordete

Bereits am 30. Juni gedachte die Immanuel-Gemeinde in einem Gottesdienst mit über 1.000 Teilnehmern ihrer vor zehn Jahren ermordeten Mitglieder Anita Grünwald (24) und Rita Stumpp (26). Sie wurden 2009 im Jemen erschossen – nur wenige Tage nachdem sie zu einem Hilfseinsatz in einem Krankenhaus in Saada im Norden des Landes aufgebrochen waren. In der Folge hatte die Gemeinde ihr Engagement in Afrika sogar ausgeweitet und unterstützt unter anderem das Kinderdorfprojekt „Aus Liebe zu Jesus“ in Mdeka (Malawi), in dem zurzeit über 60 Waisenkinder betreut werden. „Der Gottesdienst war nicht auf die Vergangenheit, sondern auf die Gegenwart und Zukunft ausgerichtet“, sagte Dockter. Es sei darum gegangen, was Gott Neues tut. „Aus allem Leid ist etwas Sinnvolles entstanden.“ Anita Grünwald und Rita Stumpp sei es darum gegangen, den Armen Liebe und Zuneigung zu geben. „Das führen viele Menschen heute fort, dafür sind wir dankbar.“ Die Immanuelgemeinde hat über 800 Mitglieder aus vielen Nationen.

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