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Filmkritik
11. März 2018

Maria – die Frau, die Jesus verstand

Frauen waren die Ersten, die Jesus nach seiner Auferstehung sahen – und diese Botschaft weitergaben. Mit „Maria Magdalena“ schildert nun erstmals ein Film das Leben Jesu aus Sicht einer Jüngerin. Eine Filmkritik von idea-Redakteur Karsten Huhn.

Manchmal ist es nicht der Film, sondern eine kleine Information im Abspann, die einen nachdenklich macht: Papst Gregor I. (540–604) bezeichnete Maria von Magdala als „Hure“, heißt es da. Dieser Ruf blieb an ihr haften. Stimmt das? Tatsächlich gibt es eine Predigt des Papstes, in der er Maria mit der anonymen Sünderin gleichsetzt, die Jesus die Füße wusch (Lukas 7,36–50). Von einer Prostituierten steht dort aber nichts, und ob es Maria war, erfährt der Leser auch nicht.

In „Maria Magdalena“ des australischen Regisseurs Garth Davis wäscht die selbstbewusste Maria (Rooney Mara) jedenfalls ihrem Rabbi die Füße, einen sexuell auffälligen Lebenswandel führt sie h...

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