Mittwoch • 20. März
In einer Welt der Bildung den Glauben weitergeben
19. Februar 2019

„Glaube hat gute Gründe!“

Christoph Egeler: „Gute Fragen stellen.“ Foto: zvg
Christoph Egeler: „Gute Fragen stellen.“ Foto: zvg
Die christliche Botschaft in einem säkularen Umfeld weitergeben. Darum geht es an einem Studientag der VBG am 2. März in Zürich.

Zürich (idea) - Wie kann man seinen Glauben in einem säkularen Umfeld und besonders in der Welt der Bildung leben und weitergeben? idea fragte nach bei VBG-Leiter Christoph Egeler.

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Was gab den Ausschlag für dieses Thema?
Es ist der Kernauftrag der VBG seit 70 Jahren! Wir sind daran, uns neu auf diesen Auftrag zu fokussieren. Das wollen wir im Jubiläumsjahr 2019 besonders herausstreichen, konkret mit dem Studientag, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind, sowie mit der Weiterbildungswoche aller angestellten Mitarbeitenden. Die VBG-Hochschulgruppen organisieren immer wieder Anlässe an den Hochschulen, die einladen, sich mit dem christlichen Glauben persönlich zu befassen, z.B. Anfang März mit "Big Questions" in Freiburg (www.gbeu.ch/bqf) und Ende März mit "HUMAN" in Zürich (www.human19.ch).

Was braucht es neben einem erfüllten Herzen, um mit gebildeten Menschen über Gott zu reden?
Das erfüllte Herz ist tatsächlich das Wichtigste! Dies bedingt eine gesunde und lebendige Gottesbeziehung; auch das fördern wir in der VBG. Auch braucht es echtes Interesse am Mitmenschen, dieser ist kein "Evangelisationsobjekt". Eine solche Haltung kommt nicht nur schlecht an, sondern ist auch nicht Christus gemäss. Wir sollten lernen, echte, gute Fragen zu stellen. Aber auch, gute Antworten und Argumente für unseren Glauben zu liefern. Da geht es um mehr als Rhetorik: Glaube hat gute Gründe, auch intellektuell.

Was sollte man unbedingt vermeiden?
Eine Haltung von oben herab, im Sinne einer moralischen Überlegenheit. Auch hier gilt: Das kommt nicht nur schlecht an, sondern entspricht auch nicht dem Geist des Evangeliums. Christen sind nicht bessere Menschen, sondern begnadigte Sünder - oder "Bettler, die anderen Bettlern zeigen, wo es Brot gibt", wie es der sri-lankische Theologe D.T. Niles ausgedrückt hat.

Die Staatsschule ist säkular und schliesst religiöse Inhalte zunehmend aus. Wie geht die VBG damit um?
Das ist ein grosses Thema in der VBG und auch am Studientag wird es einen Workshop für Lehrpersonen rund um das Spannungsfeld der "religiösen Neutralität" geben. Christliche Lehrpersonen sollen sich korrekt verhalten und sich auch an die Lehrpläne halten. Gleichzeitig ermutigen wir sie, ihren Glauben im Schul-Alltag zu leben und, wenn sie danach gefragt werden, auch zu bezeugen. Dies ist erlaubt! Die von öffentlichen Schulen und Hochschulen geforderte "religiöse Neutralität" wird von beiden Seiten - von der Institution, aber auch von den gläubigen Lehrpersonen oder Studierenden - zuweilen falsch verstanden, nämlich mit Laizismus verwechselt. Neutralität heisst bei uns nicht, dass Religion grundsätzlich nichts verloren hat an einer staatlichen Institution, sondern nur, dass keine Religion speziell bevorzugt werden darf.

Was erwartet die Teilnehmenden am Studientag?
Motivation, Inspiration und Zurüstung, den Glauben zu bezeugen und andere Menschen dazu einzuladen, gerade auch im Kontext der höheren Bildung. Der Tag soll bewusst machen, welch einzigartige Botschaft wir mit dem Evangelium haben und wie wir diese vermitteln können, dass sie für die Menschen relevant und verständlich ist. (Interview: Rolf Höneisen)

 

 

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