Samstag • 23. September
Ukrainekonflikt
04. September 2017

„Am meisten brauchen die Menschen Gott“

Pastor Elisey mit Weihnachtspäckli. Foto: zvg
Pastor Elisey mit Weihnachtspäckli. Foto: zvg
Im Jahr 2014 war Elisey Pastor einer christlichen Gemeinde in der Ostukraine. Dann mussten er und seine Familie vor den Separatisten in den Westen des Landes fliehen. ideaSpektrum interviewte den Pastor vor zwei Jahren. Wie geht es ihm heute? Dauert der Krieg weiterhin an?

Pastor Elisey, wie ist die Situation in der Ukraine heute und hat sie sich verbessert?

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Nein, die Situation hat sich nicht verbessert. Die finanzielle Not der Menschen ist sogar noch schlimmer geworden. Wegen des Krieges und der unsicheren politischen Situation, hat die ukrainische Währung stark an Wert verloren. Vor drei Jahren war der Wechselkurs des Hrywnja zum Dollar 1:8. Jetzt liegt er bei 1:25. Die Preise für Häuser und viele andere Güter sind aber an den Dollar gebunden. Die Löhne und Pensionen sind nicht gestiegen. Auf Grund von Korruption und Bürokratie entwickelt sich die Situation nur sehr langsam und die Leute verlieren ihre Hoffnung.

Ist im Osten des Landes immer noch Krieg? Bitte erklären Sie die Situation.

Die militärische Situation ist kompliziert. Die Grenzen des von prorussischen Separatisten besetzten Gebietes haben sich nicht verändert.  Bombardements und militärische Aktionen haben zwar abgenommen, dauern aber weiterhin an. Fast jeden Tag gibt es Explosionen und Menschen sterben. Vor meinem Flug in die Schweiz habe erfahren, dass es in meiner Heimatstadt ein schweres Bombardement gegeben hat und einige Granaten direkt in das Stadtzentrum geflogen sind. Das grosse Problem ist, dass der Krieg ein sehr profitables Geschäft für einige Leute darstellt. Einige Offizielle verdienen am Leid der Zivilbevölkerung.

Wie geht es Ihnen persönlich und Ihrer Familie?

Gott sei Dank geht es uns sehr gut. Wir haben uns in der Westukraine eingelebt und fühlen uns zuhause. Wir erleben, wie Gott uns und unseren Dienst hier segnet. Vor zwei Jahren haben wir eine neue Kirche gestartet, die den Flüchtlingen hilft. Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung durch die HMK, die für uns eine eine wichtige Ressource geworden ist. Wir leisten humanitäre Hilfe, verteilen Weihnachtspäckli, laden Menschen in Kleingruppen ein und erzählen ihnen von Jesus Christus. Etwa 70 Personen sind bereits zu unseren Treffen gekommen. In den letzten zwei Jahren konnten wir auch Leute taufen. All das ist für uns ein Zeugnis dafür, dass Gott uns an diesen neuen Ort geschickt hat. 

Was brauchen die Menschen am Nötigsten?

Am meisten brauchen sie Gott. Sie brauchen aber nicht nur Worte, sondern müssen sehen und erleben, was Gott tut und wie er es tut. Dafür sind wir Christen und die Kirche da. Wir helfen den Menschen dabei, die Liebe Gottes zu spüren und zu verstehen, durch das, was wir ihnen geben und wie wir sie behandeln. Gott ist die einzige Hoffnung für die Leute und uns. Bitte tun Sie Ihr möglichstes, Menschen zu helfen, Gott kennenzulernen.

Wie können Christen in der Schweiz Sie unterstützen?

Beten Sie weiterhin für unseren Dienst. Ich möchte Sie auch darum bitten, weiterhin die Projekte von humanitärer Hilfe und den Weihnachtspäckli zu unterstützen. Das ist ein grosses Zeugnis für die Leute und eine wichtige Ressource für unseren Dienst. Ich bitte Sie auch die Mission der HMK zu unterstützen, da sie uns mit ihren Ideen helfen, neue Projekte durchzuführen, wie eine Jugendarbeit aufzubauen, in den  Camps und so weiter. Gott segne Sie!

Interview: Christof Bauernfeind

Interview mit Elisey vom Oktober 2015

Pastor Elisey ist ein lokaler Projektpartner des Hilfswerks „HMK Hilfe für Mensch und Kirche“ (Thun). Bis zum 10. September ist er noch mit der HMK auf Schweizer Tournee und gibt aus erster Hand einen Einblick in sein Engagement und die Verteilung der Weihnachtspäckli aus der Schweiz.

Terminliste: http://www.hmk-aem.ch

www.weihnachtspäckli.ch

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