Freitag • 25. Mai
Gastkommentar
12. Mai 2018

Wenn Mütter sich als Privilegierte fühlen

Für einmal stehen die Mütter im Fokus der Öffentlichkeit. „Muttertag“ steht im Kalender. Ein Tag, der jede Mutter daran erinnert: Du bist wichtig. Du bist wertvoll. Du bist Mutter. Dieses Mutter-Sein ist weit mehr als die biologische Beziehung zum Nachwuchs. Es ist Berufung und Leidenschaft. Arbeit und Freude. Motivation und auch mal Verzweiflung. Heimat und Emotionen. Glück und ein Zuhause. Ein Schwanken zwischen Alltags-Wahnsinn und himmlischen Momenten. Zwischen Herausforderung und Überforderung. Einfach Leben pur in allen Facetten.

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Dabei ist es zweitrangig, wie der Lebensentwurf der einzelnen Mutter aussieht. Mutter-Sein ist nicht auf eine Rolle beschränkt. Leider drehen sich so viele Diskussionen darum, ob eine Mutter zusätzlich zu ihrem Mutter-Job arbeiten geht oder nicht. Darum, welches denn nun die beste Mutter ist. Darum, was richtig und was falsch ist. So viel Energie geht dabei verloren. Gräben öffnen sich zwischen den verschiedenen Lagern. Es wird verglichen und verteidigt. Diskutiert und verurteilt. Doch wer weiss schon, wie es sich in den Schuhen der andern läuft? Ausgangslage und Umstände sind so verschieden wie die Frauen selber. Und was für die eine geht, geht für die andere gar nicht. Was die eine erfüllt, lässt die andere verzweifeln. Vergleichen führt immer in die Sackgasse. In die Sackgasse mit dem Namen „Minderwertigkeit“. Und wer sich minderwertig fühlt, neigt dazu, andere klein zu machen, um sich selber grösser und besser zu fühlen.

Ganz anders, wenn wir Frauen und Mütter überzeugt sind von dem, was wir tun und leben! Wenn wir uns als Privilegierte fühlen, die ihr Leben aktiv gestalten dürfen. Wenn wir uns an den Möglichkeiten freuen, die Gott uns gibt, und das Beste daraus machen. Ganz egal, ob es gerade wenige oder viele sind. Dann ist keine Verteidigung nötig. Kein Vergleichen. Dann sind wir nicht abhängig von dem, was andere über uns sagen. Sondern wir tun das, was wir tun, aus Überzeugung. Wir stellen uns dem Lebensabenteuer „Mutter“ auf unsere ganz eigene Art. Wir finden Wege, die zu uns passen. Wir definieren Rollen, die auf uns zugeschnitten sind. Wir leben die ganze Mutter-Palette. Einmalig. Unverwechselbar. Authentisch. So einzigartig, wie Gott jede von uns gemacht hat. Und die Welt der Mütter wird bunt …

Ursula Blatti, Familienfrau und arbeitet nebenbei als Psychosoziale Beraterin, Referentin und freie Autorin. www.neueslied.ch

 

 

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