Freitag • 15. November
EVP und EDU gewinnen je einen Sitz dazu
21. Oktober 2019

Neue Gesichter im Nationalrat

Andreas Gafner (EDU BE) und Lilian Studer (EVP AG) ziehen neu in den Nationalrat ein. Fotos: zvg
Andreas Gafner (EDU BE) und Lilian Studer (EVP AG) ziehen neu in den Nationalrat ein. Fotos: zvg

Bern (idea/dg) - Mit 17 Sitzgewinnen bei den Nationalratswahlen hat die Grüne Partei Schweiz die CVP und fast auch noch die FDP überholt. Die Grünliberalen sind mit neun Sitzgewinnen die zweiten Gewinner. Trotz Sitzverlusten bleiben SVP und SP die stärksten Parteien im 200-köpfigen Nationalrat. Im Ständerat sind die Kräfteverhältnisse wegen einiger zweiter Wahlgänge noch nicht bekannt. Trotz der „grünen Welle“ wird aber voraussichtlich da die CVP und FDP weiter eine relativ stärkere Rolle spielen können.

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EVP gewinnt Sitz im Aargau

Lilian Studer (41) und Andreas Hafner (48) heissen die neuen Nationalräte für die EVP respektive die EDU. Die beiden Parteien, die traditionell ihre Wählerschaft vor allem in evangelischen Landes- und Freikirchen rekrutieren, konnten also im Kanton Aargau respektive im Kanton Bern je einen Sitz zulegen.
Liliane Studer aus Wettingen ist Geschäftsführerin des Aargauer Blauen Kreuzes und Grossrätin. Sie erobert dank des diesmal günstigen Verhältnisses in der Listenverbindung mit der Aargauer BDP den EVP-Sitz zurück, den ihr Vater Heiner Studer 1999 bis 2007 innegehabt hatte. Wiedergewählt wurden für die EVP im Kanton Zürich Nik Gugger (49) und im Kanton Bern die Präsidentin der EVP Schweiz, Marianne Streiff (62). Schweizweit errang die EVP 2,1 Stimmenprozente (2015: 1,9). „Es zeigt deutlich den Wunsch der Menschen im Land nach einer lösungs- und werteorientierten Politik in Bern“, erklärt Marianne Streiff den EVP-Wahlerfolg. Jedoch schaffte ihre Partei trotz mehrerer Ständeratskandidaturen in verschiedenen Kantonen den Sprung in die kleine Kammer nicht.

EDU wieder national vertreten

Die EDU zieht nach acht Jahren Abwesenheit wieder mit einem Vertreter ins nationale Parlament ein. Der ehemalige Gemeindepräsident und Meisterlandwirt Andreas Gafner (48) von Oberwil im Simmental schaffte den Sprung. „Die Kandidatinnen und Kandidaten der EDU standen für gradlinige Positionen, die sich nicht vom Zeitgeist verrücken lassen“, meint die Partei rückblickend zum Wahlkampf. Zum Sitz verhalf der Berner EDU die Listenverbindung mit zahlreichen kleinen Gruppierungen. In Adelboden hatte die EDU alleine 22,1 Prozent Wähleranteil. Schweizweit betrug er 1 Prozent (2015: 1,2).

Abgänge bekannter Gesichter

Der ehemalige idea-Kolumnist und Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler (FDP ZH) schaffte die Wiederwahl nicht. Gleich erging es dem Gewerkschaftssekretär und Freikirchenmitglied Philipp Hadorn (SP SO). Auch Laurent Wehrli (FDP VD), Freikirchenmitglied aus Montreux, verpasste die Wiederwahl. Besser erging es dem engagierten Christen Erich von Siebenthal (SVP BE) und dem Methodisten Eric Nussbauer (SP BL), die beide weiter in Bern politisieren können.
Nicht nach Bern ziehen kann die Winterthurer Stadträtin Barbara Günthard-Maier (FDP), die ebenfalls einer Freikirche angehört.