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Kanton Schwyz
02. Juli 2018

Kein Zwang zum Feiern christlicher Feste an Schwyzer Volksschule

Foto: pixelio.de
Foto: pixelio.de

Das Feiern von christlichen Festen soll an der Volksschule im Kanton Schwyz nicht obligatorisch sein. Das hat der Schwyzer Kantonsrat am Donnerstag mit 60 zu 33 Stimmen entschieden, meldete die Nachrichtenagentur SDA. Er lehnte einen Vorstoss eines SVP-Politikers ab.

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Unter Namensaufruf hat das Parlament des Kantons Schwyz demnach beschlossen, die Motion von SVP-Kantonsrat Thomas Haas als nicht erheblich zu erklären. Mit 60 zu 33 Stimmen fiel der Entscheid deutlich aus.

Immer mehr Schüler mit anderem Hintergrund

Haas hatte verlangt, dass christliche Feste wie Weihnachten und Ostern in den Unterricht der öffentlichen Volksschule integriert werden. Ihre Bedeutung sei den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln. Christliche Feste wie Ostern und Weihnachten gehörten „zu unserer christlich-abendländischen Kultur“, begründete der SVP-Kantonsrat seinen Vorstoss. „Sie sollen deshalb nicht nur ‚erlaubt‘ sein, sondern sollen mit den Kindern und Jugendlichen in der Schule auch gefeiert werden“, heisst es im Text der Motion.

SVP-Redner hätten in der Parlamentsdebatte die Befürchtung geäussert, dass durch die wachsende Anzahl von Schülern mit anderem kulturellen und religiösen Hintergrund die Bedeutung der christlichen Feste und Bräuche geschmälert würde, schreibt die SDA.

Lehrplan 21 genügt

Von dieser Argumentation liess sich eine Mehrheit des Kantonsrat nicht überzeugen. Der Schwyzer Regierungsrat hatte sich ebenfalls gegen den Vorstoss ausgesprochen. Zwar erachtet er die christlichen Feste und Werte der abendländischen Kultur als „wichtig“, wie er in seiner Antwort vom 15. Mai auf die Motion schreibt. Er sei aber der Meinung, dass der Thematik im neu geschaffenen Lehrplan 21 genügend Raum gegeben werde. Eine verbindliche Vorgabe zur Feier der christlichen Feste in der Volksschule sei daher nicht notwendig. (kath.ch/bal)

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