Donnerstag • 19. Oktober
Katalonien-Konflikt
24. September 2017

Bischöfe rufen zum Gebet auf

Eine katalanische Flagge (links) weht neben der spanischen Flagge auf der Spitze eines Gebäudes- Foto: pixabay.com
Eine katalanische Flagge (links) weht neben der spanischen Flagge auf der Spitze eines Gebäudes- Foto: pixabay.com

Barcelona (idea) – Der Konflikt um die Region Katalonien im Nordosten Spaniens spitzt sich zu. Am 1. Oktober will die dortige Regionalregierung ein Unabhängigkeitsreferendum durchführen. Die Zentralregierung in Madrid unter dem konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy lehnt das vehement ab. Die Region mit ihren 7,5 Millionen Einwohnern gilt als die wirtschaftsstärkste Spaniens. Die Katalanen sprechen ihre eigene Sprache – Katalanisch – und haben bereits einen umfassenden Autonomiestatus. Beobachter gehen mittlerweile davon aus, dass es zu einer gewalttätigen Konfrontation kommen könnte. Die (katholische) Spanische Bischofskonferenz warnt in einer Stellungnahme vor einer Eskalation. Sie bekannte sich laut der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in einer Erklärung zwar zum „Selbstbestimmungsrecht der Völker“, wollte das aber nicht als kirchlichen Freibrief für eine Abspaltung verstanden wissen.

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Kardinal Canizares: Jesu Blut wurde für Versöhnung und Einheit vergossen

Kardinal Antonio Canizares (Valenzia) rief zu Einheit und Frieden auf. Jesu Blut sei für Liebe, Versöhnung und Einheit vergossen werden. Auch die katalanischen Bischöfe stellten sich nicht hinter die Unabhängigkeitsbewegung, sondern riefen zu Gebet und Dialog auf. Es handle sich um einen „heiklen Moment“ in der Geschichte Kataloniens. 300 katalanische Priester und Diakone äußerten sich hingegen anders: Sie bezeichneten in einer Stellungnahme das geplante Unabhängigkeitsreferendum als „legitim und notwendig“. Von den 46,4 Millionen Einwohnern Spaniens sind 69 Prozent Katholiken, drei Prozent Protestanten (meist zugewandert) und vier Prozent Muslime.

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