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Ökumenischer Rat der Kirchen
04. Januar 2020

Iran-USA-Konflikt: Kirchenvertreter sind besorgt

Der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Olav Fykse Tveit. Foto: Joanna Lind/Montes/WCC
Der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Olav Fykse Tveit. Foto: Joanna Lind/Montes/WCC

Miami/Genf (idea) – US-Präsident Donald Trump hat auf einer Veranstaltung mit Evangelikalen in Miami (US-Bundesstaat Florida) die Tötung des iranischen Generals Qasem Soleimani im irakischen Bagdad durch die USA verteidigt. Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) äußerte sich währenddessen „zutiefst besorgt“.

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Trump sprach am 3. Januar zum Start der Kampagne „Evangelikale für Trump“ in der „El-Rey-Jesus-Kirche“ in Miami vor rund 9.000 evangelikalen Unterstützern. Der blutige Amoklauf von Soleimani sei nun für immer vorbei, sagte der Präsident. Dieser habe einen weiteren sehr großen Anschlag geplant. Soleimani habe das Blut zahlloser Amerikaner an seinen Händen gehabt. Die USA suchten nicht den Krieg und wollten auch keine Regime stürzen, betonte Trump in der Megakirche.

Kein unschuldiges Opfer des Krieges

Der ÖRK-Generalsekretär Olav Fykse Tveit (Genf) sagte, der General sei kein unschuldiges Opfer des Krieges, da er der Architekt und Förderer bewaffneter Gewalt in vielen Teilen der Region gewesen sei. Aber die Folgen für die Menschen in der Region seien unabsehbar. Tveit appellierte an alle Seiten, „maximale Zurückhaltung zu üben, von einer weiteren Eskalation abzusehen und dem Wohlergehen aller Menschen in der Region und ihrem Recht auf Frieden und Stabilität nach so vielen Jahren der Gewalt und des Blutvergießens Vorrang einzuräumen“.

Laut dem Botschafter des Papstes im Iran, Erzbischof Leo Boccardi, verfolgt auch Papst Franziskus die Lage mit großer Sorge und bete für den Frieden. Krieg sei keine Lösung, um die Probleme der Welt von heute zu lösen, sagte Boccardi gegenüber „Vatican News“.

Soleimani stand der iranischen Elitetruppe Al-Kuds-Brigaden vor. Wie es aus irakischen Sicherheitskreisen hieß, trafen die vom US-Militär abgefeuerten Raketen am Flughafen von Bagdad einen Fahrzeugkonvoi der proiranischen Hasched-al-Schaabi-Milizen. Der religiöse Führer des Irans, Ayatollah Ali Chamenei, drohte anschließend mit „schwerer Vergeltung“.

95 Prozent der über 77 Millionen Einwohner des Irans gehören zum schiitischen Zweig des Islams. Die Zahl der Christen liegt Schätzungen zufolge bei 360.000.

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