Mittwoch • 24. Januar
Türkei
05. Januar 2018

US-Pastor erlebte seinen 50. Geburtstag im Gefängnis

Der seit 15 Monaten inhaftierte Andrew Brunson dankt für Gebete. Das Bild zeigt ihn mit seiner Frau Norina. Foto: Privat
Der seit 15 Monaten inhaftierte Andrew Brunson dankt für Gebete. Das Bild zeigt ihn mit seiner Frau Norina. Foto: Privat

Izmir (idea) – Der seit 15 Monaten in der Türkei inhaftierte US-Pastor Andrew Brunson hat am 3. Januar seinen 50. Geburtstag im Kiriklar-Gefängnis in Izmir verbracht. Der US-Amerikaner lebt seit 1993 im Land und arbeitete in der Auferstehungskirche in Izmir. Am 7. Oktober 2016 wurde er zusammen mit seiner Frau Norina verhaftet. Sie kam zwölf Tage später wieder frei. Dem Pastor wurden anfänglich Verbindungen zur Gülen-Bewegung vorgeworfen. Die türkische Regierung macht sie für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich. Seit dem 24. August 2017 wird Brunson zur Last gelegt, dass er als CIA-Agent einen gewaltsamen Umsturz herbeiführen wollte. Damit droht ihm viermal lebenslange Haft. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bot am 28. September den USA an, Brunson gegen den im US-Bundesstaat Pennsylvania lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen auszutauschen. In einem Brief an seine Frau Norina schreibt Brunson, dass er sehr schwach sei, viele Zweifel habe und sich allein fühle. Seine größte Angst sei, im Gefängnis vergessen zu werden. Doch er wisse auch, dass Gottes Gnade ihn umgebe – selbst wenn er sie nicht spüre. Brunson dankte für die vielen Gebete. Das ermutige ihn. „Es erinnert mich, dass ich nicht allein bin und standhaft sein muss – immer mit dem Gesicht Gott zugewandt.“ Der Sprecher der Menschenrechtsorganisation Middle East Concern (Anliegen Nahost), Miles Windsor, äußerte sich besorgt. Es sei eine sehr schwere Zeit für Brunson. Er habe viele Dinge im Leben seiner Familie verpasst, etwa die Hochzeit seiner Tochter. Die Organisation veröffentlichte den Brief Brunsons auf ihrer Internetseite. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (Frankfurt am Main) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) hatten den Pastor im Oktober 2017 als „Gefangenen des Monats“ benannt. Sie riefen dazu auf, sich für seine Freilassung einzusetzen und für ihn zu beten.

ANZEIGE

Diskutieren

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen. Nach dem Erscheinen eines Artikels kann dieser fünf Tage kommentiert werden.

5 Kommentare
Kommentare sind ausgeblendet.
Zum Einblenden der Kommentare hier klicken.